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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 5 · p. Seite 204

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 5
Article
Die rituellen Reinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud
Date
1899-01-01
Page
Seite 204 (sequence 12)
Language
German
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204 Die rituellen Keinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud. männlichen Geschlechts zur Pflicht, drei Mal des Jalnvs aus allen Huden des Landes nach dem Tempel zu wallfahrten. Der Wunsch des (icsefzgebcrs somit unzweifelhaft dahin, nicht das Volk vom Tempel fern zu halten, sondern cs vielmehr demselben näher zu bringen. Di(‘ Zwecke, welche von den eben autgezühlten <Jesetzeshestiimuungen angestivbt wurden, sind leicht erklärlich. Zunächst ward»* durch sie die Kinheit des Volkes ״,«*kräftigt, sodann wollten sie auf di(‘8(‘111 Wege d(*m in der Abgeschiedenheit lebenden Landmann die Gelegenheit liieteii. im Tempel das Wort Gottes aus (hun Munde der Propheten und < iesetzeslehrer zu hören, um so die geistig־»‘ und sittliche Kntwiekehmg des Volkes zu fördern und es vor Verwilderung zu bewahren. Der Hauptzweck dieser G »*setze ahm• war, das Volk vom (!«itzendienste lern zu halten, zu welchem es. wie. es wirklich oU!;•»‘schall, die < )pferdarbriiigungeu auf den sogenannten Höhen r״:: — h‘iel1t verhüten komiten. Dm־ Opfer konnte aber d»‘1* Israelit, wie der Menseh des Alterthums überhaupt, nicht entbehren, da er sonst ganz dem Fl»‘isrhgvnussc hält»־ entsagen müssen, weil der Genuss anderen als Opferfjeiselms bei den primitiven Völkern fast einem Verbrechen gleich galt. Dem Gesetzgeber war es also jedenfalls darum zu thun, di»‘ Wallfahrt nach d»*m Tempel und den Jlesucli d».s. Tempels zu fördern. nieht ab»‘r, wie man nach der Theorie Saadia's und Maimonid»*s annchmcn müsst»‘, ihn»‘n Schranken in den Weg zu legen. Schliesslich’ konnte die!»eohaehtung der rituellen Reinheit »‘igvntlieh kein hesond»*res Hiuderniss für den Tempelbesuch bilden, weil »las Volk daran gewöhnt war, sic‘ auch im alltäglichen Leben zu beobachten: sodann wurden wahrscheinlich dieselben minutiösen Keinigungsrcgeln, welche das Gesetz für den Tempel fordert, auch bei Opferungen auf den Höhen in Aus״ iibung gebracht, und zwar nicht nur bei Opferungen auf den dem Gotte Israel’s geweihten ilohen, sondern auch auf denen, weicht* heidnischen Göttern, wie ßa’al, Moloch u. a. geweiht waren. Das beweist die Thatsaehe. dass der Körnig Josias, als er die;.■ Anhöhen zu entfernen, sich entschloss.» kein besseres Mittel fand, sie in den Augen des Volkes zu entweihen, als sie mit der Asche menschlicher Gebeint* zu verunreinigen1). Die streng־»‘ Forcierung der rituellen» Reinheit konnte somit ) H Beg. 23. 16,

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