Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die rituellen Reinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 9)
- Language
- German
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l)i(* rituellen Ueinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud. 201 unrcinigen.1■1 Hier kann augenscheinlich nicht der Tempel, sondern nur die Gemeinde des Hwigeu;gemeint sein 1). Uobrigcns, wenn auch zugegeben werden soll, dass der höchste Grad der himmlischen Strafe nur für l lebcrtrctung der Reinhcitsvorschrifteu in sacrulcn Dingen festgesetzt wird, so spricht dieses noch durchaus nicht gegen die Verbindlichkeil dieser Vorschriften auch im profanen Lehen. ln der heiligen Schritt; haben sieh zufällig einige Thatsaeheu erhaltern, wedeln* unzweifelhaft, dafür zeugen, dass selbst im tiefsten Alterthume diese Gesetze*, eben von diesem Standpunkte aus betrachtet wurden. Als König Said den Daviel an der Tafel vermisste* und seinem Platz unbesetzt: fand, legten־ dem am ersten ,Tage schmr Abwe*se*nln*it keine 1 »edeut mig bei. ..denn״ dachte er. ,.es ist ein Zufall, er ist nicht nun, gewiss, er ist nicht rein־)," Mau ersieht hieraus, dass die Fntfenmng Lnreiner aus der Gesellschaft selbst im alltägliehen Lehen etwas ganz Gewöhnliches war. Ferner, als der Priester Ahimelech dem auf der Flucht befindlichen David erklärt(!, (lasse»• in seinem Besitze kein gewöhnliches, sondern nur heiliges Brod habe, fand es David für nötig, ihn dahin zu beruhigen, dass seine Leut(* sieh im Zustande vollkommenster ritueller Feinheit befinden. Lud doch konnten weder David noch seine Leute in» Voraus wissen, dass es ihnen beschiedcn sein werde, heiliges Brod zu gemessen ־•». In der bekannten Frzählung über David und Bathseba unterlässt es der Berichterstatter nicht, wahrscheinlich vom Wunsch׳‘ geleitet, letztere als (*in Weib von frommer Sitte darzustelleu. uns mitzutheileii, dass sie. nach Hause zurückkehrt.c, ..11111:11־ den» sie sieh von ihrer Unreinheit gereinigt batte 1).u Bathseba verfuhr augenscheinlich nach der bekannten mosaischen Vorschrift Levifc XV, 18. obgleich sie wohl schwerlich in der- Lage war. bald nach dem Verbissen des königlichen Palastes das Heiligtiuun betreten oder Geweihtes essen zu müssen. Daniel und seine Genossen beobachteten, wie wir gesehen haben, die rituelle Reinheit, in Babel, wo von saeralen Rücksichten nicht die Rede sein konnte. Dasselbe gilt von Judith im Lager des Holofernes. Wie wir weite»• sehe»» werden, war die religiöse Praxis dei’ Juden auch in der nachbiblischen Periode dieselbe. ') Bevit. XX. ä. Vergleich«* Kasehi zu dieser Stelle. 0 I Samuel XX, 26. :') ibid. XXI, 5—6. D II Samuel XI, T.