Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die rituellen Reinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 8)
- Language
- German
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200 rituellen Keinheitegesetze in der Bibel und im Talmud. zur Zeit eines Feldzuges kann aber selbstverständlich vom Uciligthum nicht die Bede sein M. Die Beziehung <10,1־ Institution der rituellen Feinheit zuin Tempel und zu sacralen (Jegenständen findet ihren einzigen Ausdruck darin, dass der Genuss von Opfertleisch lind selbst das Betreten dos Tempels als ein seliwrrrs Vergehen 1)0־ trachtot wird, für wololius das Gesetz den höchsten Grad der himmlischen Strato. ..die Ausrot tun־״ aus der Gemeinde**, — 4 C ■־—. audrolit. Ueber das wahrscheinliche Motiv, welches dieser besonderen Strenge zu («rumle liegt, werden wir später unsere Meinung zu äussern Gelegenheit haben. liier di«‘ betreitenden Bibelstellen: ,A nd wenn jemand irgend etwas Unreines berührt, sei es die Unreinigkeit eines Menschen oder ein unreines Vieh oder ein unreines Scheusal und isst von dem Fleische des dom Ewigen dargebrachten ()})Termahles, so soll or ausgerottet werden aus seinen Volksgenossen״ “.(־Wenn aber jemand unrein wird und sieh nicht gereinigt, rin solcher soll aus״•!;rottet werden aus der Gemeinde: denn er hat das Heiligthum des Ewigen vorunreinigt, es ist kein Kcimgungswasscr auf ihn gesprengt worden, unrein ist er’A.“ Was übrigens letztere Stelle anbetritft, so kann nicht mit. voller Siclu*rl1eit gesagt werden, dass hier die Red«‘ von einem Menschen sei, der in unreinem Zustande den Tempel betreten hat. denn es heisst nicht ..wenn er das Heiligtliuin des Ewigen verunreinigt hat״, sondern ..denn er hat das lieiligthum des Ewigen verunreinigt“, so dass angenommen werden darf, dass eine Person schon durch das Verharren im Zustande der. Unreinheit und durch die Unterlassung, sieh dieses Zustandes zu entüussern, das lieiligthum des Ewigen entweiht. wobei der Ausdruck ״lieiligthum <les Ewigen“ nichtden .,Tempel“, sondern die ,.Gemeinde des Ewi־״e11“ bezeichnet. Ein ähnlicher Ausdruck findet sieh in der heiligen Schritt Gelegentlich der Kinder- Opferung zu Ehren des!Moloch: ,.Und ich selbst will auf einen solchen meinen Zornblick wenden und ihn ausrotten mitten aus seinem Volke, darum dass er von seinen Kindern dem Moloch hingegeben hat, um mein Heiligthum zu ver- *) Dil* Erklärung <101* Commentatoren, dass die silbernen Trompeten, welche im Kriege zu Coinmandozweeken benutzt wurden, das ganze Kriegslager dem Tempel gleich machten, wird wohl schwerlich als befriedigend bezeichnet werden können. '2) Lovit. VII, 21. ’) Numeri XIX, 20.