Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die rituellen Reinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 5)
- Language
- German
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Die rituellen Keinheits^esetze in der ßil>el und im Talmud. und im gegebenen Falle nur vmn Standpunkt!‘ der rituellen Reinheit zum Gebrauche unstatthaft waren. Die amkre. unserer Retrachtung unterliegende Frage!)(*steht im Folgendem: War die Institution der rituellen Reinheit eine allgemcingültige oder nur (,ine sacrale? Mit anderen Worten: war jedermann aus dem Volke gehalten, sieh vor Infection in Acht zu nehmen und im Fall(*, wenn er intieirt wurde‘, sieh ungesäumt der Reinigung zu tmterziehen, oder aber bildet!‘ diese ganze eomplieirte Institution nur einen Thcil des Tempelrituals und war ausserhalb des Tempels nur für den Priester, nicht aber für den Laien vorbindlieh, so dass es letzterem freistand, sieh nach Relieben der Infection zu unterwerfen und im Zustande ihn־ Lnreinheit zu verharren, mit der alleinigen 1 »esehrünkung. dass or nicht die Tempelumtässimg überschreite und nieiit < >pfcr• tl<‘iseh ״•(M1i(‘ss(,y Liisst man letztere Voraussetzung gelten, so kann von irgend welcher sanitiiren Tendenz dieser Institution k(־ine Rede sein, und das Hüehste, d.as sieli naeh dieser Richtung hin sagen Hesse, wäre, dass die diesbezüg־ lielnm Restimmungen bloss (hm Zweek hatten, den an Zahl geringen, privilegirten Priesterstand vor jedweden Kn יי *i14‘n und bösen Zufallen zu schützen, und in k!*int*r Reziehung zur Wohlfahrt des Volkes standen. Ainu* .ein(‘ solelie Anschaumig stämb* im grellsten Widerspruche mit dem Geiste (hu* mosaischen (Gesetzgebung. W(dehe ausserhalb der religiösen Sphäre keim‘ Standesbegünstigungcn zulässt, mul man müsste daher atiiiehinen, dass die Inteetion. um welch(‘ es sieh in dieser Institution handelt, obgleich als deren (Quellen fast immer Tod und Krankheit genannt werden, mit der Pathologie nichts zu schatten habe, sondern etwas rein Geistiges. Symbolisches ropräsentire Wir müssen bekennen, dass wir ebensowenig daran gedacht hätten, diese Frage auf zu werfen, wenn nicht, die mündliche Lehre aus Gründen, di!* weiter unten ausgeführt werden sollen, dm־ Institution der rituellen Reinheit gerade einen säenden Gharaeter beigelegt hätte, und wenn nicht diese Anschauung von allen Historikern und Ribelforsehern, sowohl •jüdischen wie christlichen. -‘-mit Ausnahme viel bucht von Michaelis, der dies!‘ Frage ganz unberührt lässt, getbeilt würde. Lassen wir auch dieses Mal die Texte selbst sprechen. Das elfte Capitel des Huches Levitieus, mit welchem die systematische Darstellung der rituellen Reinheitsgesetzt? 1