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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 5 · p. Seite 195

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 5
Article
Die rituellen Reinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud
Date
1899-01-01
Page
Seite 195 (sequence 3)
Language
German
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Die rituellen K*eiul1־:*itsgeset׳/e in der Di bei und im Talmud.!pf> Israels und dt*111 F re. in dl i ng, der unter ihnen weilt, eine allezeit zu beobachtende Satzung” 1). Dasselbe sehen wir in der von Moses naeh dem siegreichen Kriege mit den Midianitcrn an die jiidisehen Krieger erlassenen Vorschrift: ״Ihr aber lagert sieben Tage ausserhalb des Lagers; jeder, der einen Menschen erschlagen, und jeder, der einen Krschlagenen berührt hat, — ihr sollt euch reinigen am dritten und am siebenten Tage, ihr und Kur(‘ Gefangenen. Kbenso sollt ihr auch alle Kleider, alles Lederzeug, alles aus Ziegenhaaren Gefertigt!‘, sowie alle hölzernen Gerathe reinigen .... Alles Geriit.11, das ins Fern.‘!’ kommt, sollt ihr durchs Feuer fuhren, so wird es rein sein, nur muss es noch mit Rcinigungswasser gereinigt, werden: und alles, w as nieht ins Feuer kommt, sollt ihr durchs Wasser führend. Wir sehen somit, dass nieht nur heidnisehe Gefangene der festgesetzten Desinfcction unterzogen werden müssen, sondern and» jedes von 1 Duden erbeutete l lausgerath. weil jeder ileide a priori als unrein zu gelten hat, dem! er kann irgend• wann (1ine Leiehe berührt Indien, kann seihst am Kiterllusse oder irgend sonst einer ansteckenden Krankheit leiden u. s. w. Lass dieses (jesetz im Alterthume, wenigstens his zur Makkahäercpoche, so gedeutet, und verstanden wurde, ist aus dem Buche Daniel klar ersichtlich. Der fromme Geld dieses Huches und seine drei Genossen enthalten sich nicht nur aller Fleischspeisen, die ihnen vom Tische Xcbukadnezar’s verabreicht werden, sondern auch des königlichen Brodes und Weines, und begnügen sich mit roher Pflanzenkost*5). Dieses Verfahren entspricht, vollkommen dem biblisehen Gesetze4), nach welchem nur Pflanzen, und auch nur dann, wenn sie nicht mit Wasser benetzt sind, keine!• Infection unterworfen sind, während Brod, hei dessen Zubereitung die Verwendung von Wasser unentbehrlich ist. schon durch die blosse Berührung eines Heiden, welcher, wie bemerkt, a priori als unrein gilt, inficirt wird. Aus demselben Grunde lasst der Verfasser des Buches Judith seine Heldin, ehe sie ins Lager des Holophernes geht, sich mit einem für den Bedarf mehrerer Tage ausreichenden Speisevorrath versehen, bestehend aus einem Schlauche mit Wein, einem Gefasst* mit Oel, einem Saeke mit Mehl, reinen D Numeri XfX. 10. -־) ibid. XXXI, 10. 20 23.;ז) Daniel I, 8 — 16. 4) Levit. XL 07. 38 13*

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