Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Religionsphilosophie Abraham Ibn Esra's
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 12)
- Language
- German
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Die ReLigionsphil0s0)>hie Abraham Ihn Ksra’s. 179 Schattens. Kehlt die Gesinnung oder widerspricht sie dem Worte oder der Thal, so 'können Wort und That zuweilen noch immer segensreich wirken, einen ethischen Werth aber können sie nicht beanspruchen. Jlicnnit ist noch keineswegs ausgeschlossen, dass dem Worte oder der That nicht noch ein besonderes Verdienst neben der Gesinnung beizumessen sei; das Aufgebot von Anstrengung, welches zur Gesinnung noch hinzukonunen muss, unj die That oder das angemessene und muthige Wort zustande zu bringen, wird nach iE auch von dem mosaischen Gesetze besonders gewürdigt und beriieksichtigt. In Jos. mor. VII, S. 27a sagt er: Wiewohl die Gesimnmg das Wesentliche ist, und bleibt, so werde <104*11 Lolin und Strato, in der 111. Sehritt nach Mnssg abe der thütlichcn Anstrengung bemessen. Daher kommt es, dass die strengsten Strafen (Todesstrafe, Ausrottung, verfrühter Tod) mit zwei wohlbegründeten Ausnahmen (פסח ‘גדלה) nur bei Verboten. Lohn aber (Jes. mor. ili, 22 at besonders bei der Ausfülirung von Geboten, weniger bei der Unterlassung des Verbotenen Vorkommen, obgleich auch die geringere sittliche Anstrengung im Unterlassen irdischen und ewigen Lohn eintrag('. — Achniich im kürz, tbumi. zu לניעז "א\"י:יל שיל 2. Mos. 20, 12. 2. Zur konkreten Ethik.■ Hier macht sich die Lückenhaftigkeit des verfügbaren Stolles nicht minder fühlbar. Wir können für'die einzelnen Tlieile nur wenige .Beispiele nennen. 1. Zur Tugendlehre gehört di(' Behaupümg 1K s, dass mehren' Gesetze Israels den Zweck haben. Barmherzigkeit zu lehren, auch Thiorou gegenüber, dadurch, dass grausame Behandlung oder Benutzung untersagt wird (ob. S. Dazu gehören ferner die Erläuterungen biblischer Namen für Tugendhafte oder Lasterhafte, z. B. erklärt IE in Jes. mor. VII, 29a den Ausdruck hartnäckig (קשה עייף), er bezeichn(' bildlich den Abwendigen, bei dem kein Mahnruf die Umkehr und Bekehrung bewirke. — Zu Ps. 1, 1 erklärt LE: רשעים sind die. IJpruhigeu und Ungleichen, die sich [in Ermangelung eigner Grundsätze oder eines testen Charakters] von Anderen zu jedem Unrecht bestimmen lassen; חטאים seien gewohnheitsinässige und beharrliche (also schlimmere) Sünder; לצים seien Schwätzer, die rück- 12*