Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Religionsphilosophie Abraham Ibn Esra's
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 8)
- Language
- German
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Di«.־ Religionsphilosophie Abraham lbu Esra's. 175 a) wir bereits oben S. 352 ff. die Ansicht lE's kennen gelernt. b) Aber auch die Allwissenheit Gottes hebt die. men schliehe Willensfreiheit nicht, auf, wie IE im kürz. (.,omm. zu 2. Mos. 23, 26, p. 73 ob., kurz bemerkt: ‘אם השם ידע בטרם חייה ח:ער בל אשר יבחר, אין דעה השם נים בבה לארם שיבחר ברע ויעזוב הטוב, אחר שנהן בידו כיטשלה ויבולה. Die absprechende Weis(* LE’s in dieser Frage erklärt sich vielleicht aus seiner Lehre von dem auf das Allgemeine beschränkten Wissen Gottes, wonach Gott das Einzelne nur indirekt vermöge seiner Kcnntniss von den Arten woiss (das, S. 62 fd e) Wie sind nun aber die vielen Stellen der h. Schrift hiermit in Einklang zu bringen, wonach Gott auch auf die menschlichen Handlungen ein entscheidender Einfluss zugesprochen zu werden scheint? IE bietet zwei Hauptstellen in seinen Sehrifton. worin diese, anscheinenden Widersprüche gelüst werden. a) Zu 5 טי יחן והיה לבבם זה. Mos. 5, 29 führt. IE noch folgende andere Stellen an, die auf die Willensfreiheit sieh beziehen: Zählen wir die erstgon. Stelle als יא so ist dann 2) ויחק יי אי. לב פרעה (ב. Mos. 9, 12; 10, 20. 27: 11, 10): 2) ויכבד לבו הוא יעבדיו (ג. Mos. 9, 34 zu Gunsten der Willensfreiheit); ידעהי יי כי לא לאדם דרכו (ד (,Ter. 10, 23 gegen die Willensfreiheit); ליזה ההענו יי בזדרביך (ה (Jes. 63, 17 desgl.1; 5) ובחרה בחיים (ו. Mos. 30, 19). IE versucht folgenden Ausgleich: Alle Thaton und Bewegungen, auch die des Menschen, sind der Bestimmung Gottes, und zwar durch das Medium der Gestirne, unterworfen, welche durch Gonstellation und Bewegung auf alles aus den vier Elementen Zusammengesetzte (alles Körperliche) einen bestimmenden Einfluss üben. Allein die Einwirkung der Gestirne ist dennoch verschieden je■ nach der Beschaffenheit der Einzelnen, welche abhängig ist von der vorwiegenden Herrschaft einer der drei Seelenkröfte in! Menschen: des Begehrens, (hu* Affekte und der Vernunft. Wer die Vernunft in sich zur Herrschaft bringt, ist in demselben Maasse der Herrschaft der Xatnrgewalten, also auch der Gestirne entzogen und in demselben Maasse und Sinn(* frei in seiner Wahl. Jedoch ist die Gewalt der allgemein wirkenden Mächte (חיללים) so gross, dass sie eine kleine Aenderung auf eine schon bestimmt gestaltete Persünlichkeit, die aber im Einzelnen ihrer Einwirkung sich fügt, noch immer üben können. Insofern kann man von