Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Haggada bei den Kirchenvätern und in der apogryphischen Litteratur
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2829132-2829727-2829731-2881803--29161-2881840- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
122 Die Haggada bei den Kirehenvälcrn und in der hןm>k!yphischoti Li!!. nichts anders zu hüten, als das Gesetz, das ihm verordnet worden war* ebenso hatte er das(dbst ktיi 1 mk andere Arbeit, als dem .Befehle, der ihm anbefohlen war. michzukommen’. Was nun den ״Baum der Erkcnntmss״ an belangt, so verstand man darunter, trotz dm* Verhimmelung• des Barndieses, einen wirklichen Baum, und nur über seine nähere Bestimmung konnten sieli die alten jüdischen Gelehrten nicht einigen. Die Debatte im Talmud darüber lautet folgendermassen r): איי־'; שאב" מנייי אדם היאשון ר״נז אומי גפן חיה שאין לך דבי שמביא *:1ילה על האדם אלא יין ש:׳ וישה פזז היין וישכר יי גהסיד. אימי־ חאיד, היחד. שברבי שגחקלקלו בו נחקגי שג׳ ויחפרו עלה חאגה. ־־ יהירה א*פיי הטה היחה שאין החיגוק יורע לקדוח אבא ואמא ער שיטעום מעם רגן. ,,Der Baum. von dom Adam ass ■— der .Baum der Krkenntniss —. sagt R Meir, war ein Weinstock. denn nur der Wein bringt Unheil auf die Welt, w. e h. (Gen. 9. 2\! ,.Und er — Noah -- trank vom Weine und ward betrunken**. R. Nehemia sagt: ein Feigenbaum war es. (hum sie suchten Hülfe bei dem, das ihnen Unglück brachte, w. e. 11. (Gen. 7) ,.Und sie nähten sich Schürzen von Feigenblättern11. R. Jehuda sagt: Weizen war die verbotene Frucht, denn auch ein Kind lernt erst dann ..Vater und Mutter״ rufen, wenn es den Goschmack von Getreide gekostet hat ״ Dieser Midrasch ist in mehr als einer Hinsicht, sehr lehrreich, er bietet uns zunächst ein interessantes Beispiel für di(4 echt .. midraschischen ״ Behandlungen der Volkslegende und dann in seiner christlichen Umarbeitung einen deutlichen Beweis für (hm Zusammenhang der christlichen Legende mit dem Midrasch, i >ic Jdciüilicirung dos ,.Baumes der Erkenntuiss“ mit einem Weinstocke ist nämlich viel älter als R. Möir, dem der Talmud diese Behauptung zuschreibt. Viele Apokryphem und darunter sogar solche, die dem Jahrhundert Jesu ,vorangchen. kennen schon die Traubenfrncht als diejenige, welche zwar die Erkenntniss, aber auch den Tod auf die Weltbrachte. ‘So lesen wir im ,,FlenochbueheV 2): .,Und ich kam in. dem Garten der (io- M Beracli. 40a. Die palästinensischen Midraschim Pesikta 142b. (-reu. R. 15. 3 bieten einige Varianten, von denen folgende die wichtigste ist. R. Meir—nicht wie im Babli R. Jebuda — begründet seine Ansicht, dass die verbotene Frucht ..Weizen“ war. damit: נד לא הוה בב״ג דיעה איגון אבזרין לא יאכל ההוא אינשא פיתא דחיטי מן יומו: ,,Wenn Jemand keinen Verstand hat, so sagt man : Er hat noch nie AYeizenbrod gekostet./• Die Palästinenser haben wohl das Ursprünglichere. '־) Dillmann 32. 4. ])ass nach dem Henochbueh es ein Johannis-