Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die rituellen Reinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 14)
- Language
- German
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ן IQ iWo rituellen iu*üiiu*irs,־״est*tzc in de!• Bibel und im Talmud. wurde, uml dieses vielleicht nicht <»11111• Grund, allgemein* angenommen. dass die Leichen der an der Fest <lestorbenen die Krankheit verbreiten könnten. 1m«I /war aiteli noch sein• lan־״e Zeit naeli!lern Tode, so dass eine KröfVnun־״ der («rüber einen neuen Ausbrueli der Seuche zur Folge haben kTnine,. Sole he Grabstatten wurden deshalb vielfach mit Maliern umgeben und mit Inschriften verseilen, welche die Kndfnung bei Todesstrafe verboten1).“ Diese schreckliche Krankheit, welche bis in der letzten Zeit fast als versehwunden ־״alt. aber in frühem Jahrhunderten mit Rlitzessehnelle ganze Gebiete verwüstete mul ganze \ ölkcrschäften vernichtete. war aller Wahrseheinliehkeit naeli die Frsache jener häufigen und verheerenden Kpidemieti. welche in der Fibel unter dem Namen **■רב oder .נ*גפר beschrieben werden. Der Verbreitung eben dieser Krankheit v ׳ יugvn. war augenscheinlich der l lauptzweck des Gesetzes über Leichenini’eetion, obgleich hierbei, seine Zweckmässigkeit als Sehnt/- mittel ״,ep'11 amli'iv ansteekeude Krankheiten nicht ausgeschlossen ist. ..Das ist das Gesetz, wenn Jemand in «•ine.ni Zelte stiidit: 1׳ eder, der das Zelt betritt, und alles, was im Zelte ist. wird hir sieben Tage unrein. Lud jedes nlfem* Gefäss, aut' dem kein testschliessender Deckel ist. wird unrein. Fml Jedm־, der auf ojfenem Felde einen vom Sehwert«* Frseh la ge 1־ וז*יו oder (»estorhenen od<1r <h*n Knoehen eines Mensclnm oder' ein Grab berührt, wird für sieben Tage unrein־).“ Gegenwärtig. w<» <li<* lnteeti<msi<l<*e allgemein in da.s 1 ><• wusstsem aller gebildeten \ ölker gedrungen ist, wir<l seihst riiirm Laien der Sinn des angeführten Textes verständlich sein. — lehrt doch dasselbe auch dir moderne Hygiene. Aber damals, als dieses («esetz erlassen wurde, und selbst noch viele Jahrhunderte nachher hatte man nur eine unbestimmte Ahnung davon, welche verheerende Wirkung der todt.c Körper zuweilen erzeugen kann, und hierin mag jene instinetive Furcht ihren Grund Indien, welche die Alten dem Todtru gegenüber empfanden, aber eine so klare Vorstellung v<»11 der Inlection. wie sie aus jedem Worte des citirten Textes hervorleuchtet, finden wir bei den andern Völkern des Alten־- fhums nicht■: selbst dem gebildetsten Volke der antiken Welt, den Griechen, war dies«* Vorstellung vollständig fremd ’) Ijieij0nn»*ister. a. 1׳. < >. S. 407. *) N11m«*ri XIX, 14—1<1. D6D