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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 3 · p. Seite 111

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 3
Article
Die rituellen Reinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud
Date
1899-01-01
Page
Seite 111 (sequence 15)
Language
German
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Pie rituellen Reinheit.sgeserze in der Bibel mul im Talmud. IW (ms ist di(* Kestimmung. weiche eine siebentägige!><»- iirung für Personen fordert, welche mit t*i 1 n,r Leiche in Kerülirung gekommen sind, vollkommen 1 m11 it• 1!: sieben 1\*ו * bilden die Maximaldauer der Ineubationsperiode 1 . für Personen, welche von der Pest intieirt sind. Wenn aber der (Sesetzgcho.r aueli t’iir leblose Objecte, t’iir di»‘ Infeetnm-־ leiter. diesell)e Zeitdauer fordert, so Lasst sieh dieses nur dadureh erklären, dass der vernünftige Gesetzgeber, dem es darum zu llmn ist, dass seine < Jesetze der grossen Ma.־->e zugänglich seien, um so (,her sein Ziel erreicht׳, je mehr F ’״ ' fit er seinen Normen verleiht, und je weniger Ausnahmen er aufstellt, und es im Interesse der Vorbeugung v<>n ansteckenden Krankheiten jedenfalls besser ist. mein* als weniger zu verbieten-)• So erklärt es sieh aueli. warum die heielie ..(dnes vom Seli werte Krselilagenen ־־ r i l u <* 11 ebenso intieirt wie di<* Leiehe ..des im Zelte < יestorbenen*\ obgleich physisch im ersteren Falle nur die Gefahr vor-' liegt, von dem Leichengifte. nicht aber von einer allgemeinen Krankheit intieirt. zu werden. Febrigens liat das Oesetz von der Leiche ״des vom Sehwerte Krseldagenen” aueli eine selbständige, höchst wichtige hygienische Kedeutmig. l»ekanntlie.il herrschte‘ h<*i den Völkern des < trients dm•!»rauch, die Leichen der m־sel1lagenm1!,,einde nieht zu hest.atten. sondern sie wilden Vögeln und Thiereu zum Frass zu überlassen. In den Hüeheiai der I!eiligen Sehrift und in der orientalischen Poesie überhaupt wird dieser barbarisehmt Sitte oit gedacht. Kei den alten Persern ward dieser!»raueiu trotzdem wir bei ihnen eine der mosaischen ähnliche Institution der rituellen Reinheit finden, sogar zum religiösen I )ogniu erhoben, und zwar nicht, nur hinsichtlich erschlagener Feinde, sondern auch in Bezug aut* die Leichname rechtgläubiger Anhänger Zoroaster’s. 1 )er sanitär(‘׳ Schaden, den ein solcher Krauch im Gefolge hat. ist nur allzusehr in die Augen springend.' Abgesehen von allen andern (,nlamitätcn. die <!<•1״ Krieg mit sieb führte, trug dieser Krauch viel dazu lud. dass Seuchen und andere ansteckende Krankheiten als beständige Begleiterinnen des Krieges im Oriente auftraten. Die vom mosaischen Gesetze aufgestellte - Norm, nach welcher die Ke- ’) I iiniliutioiisperimlc nennt man die Zeit, welche vom Momente der Ansteckung bis zum Ausbruche de!’ ersten Symptome vergeht-. *) Vgl J. I). Michaelis, § 215: .,Per lJesetzgeber erhält seinen Endzweck am Pewissosten, der mehr verbietet und nicht viel Au>- naiinmn macht.** ' 1389

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