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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 3 · p. Seite 98

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 3
Article
Die rituellen Reinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud
Date
1899-01-01
Page
Seite 98 (sequence 2)
Language
German
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98 Die ritaeilen Reinheitegesetze in der Bibel und im Talmud liegt keinem Zweifel, dass es sich hier 111u einen Schimmel- oder pilzartigen Ausschlag handelt, wie wir solchem gar oft an den Wänden feuchter Häuser oder an Kleidungsstücken und Schuhen in feuchten Räumen begegnen. Mau begreift jedoch nicht, in welcher Beziehung־ diese schimmelartigen Flecke lebloser Object(' zu denn menschlichen I Iautau*schlage stehen; dass aber eine solch(' vorhanden ist, zeigt nicht nur die Identität der Benennung״ (Zaraath), sondern auch .der beiden gemeinsame Reinigungsinodus vermittelst Vogelblutei?. In einer י diesem Gegenstände gewidmeten Specialstudie haben wir folgende Thesen zu erhärten gesucht1). 1) Die Zara ath repräsentirt keineswegs eine nosologische Einheit, d. h. das Wort bezeichnet nicht eine bestimmte Krankheit mit typisch('11 Symptomen und typischem Verlaufe, sondern ist vielmehr die generelle Bezeichnung־ für •Hautaussehläge jeder Art und besonders für verschiedene Arten von Schuppeufiecliten 2). x) Vgl. den Satmnelbaud לךןיקב Beilage zur Zeitung ״Hamefitz“. 1894.' Ein ausführliches Referat über dies(.1 unsere Arbeit hat Dr. A_ Sack in Yirchow’s Archiv, 1896, Band 144 veröffentlicht.; -) Bezüglich der biblischen Terminologie für Krankheiten 'überhaupt und Hautkrankheiten im Besonderen haben wir in uns■ ■rer ‘vorerwähnten Arbeit folgende Aufstellungen zu beweisen gesucht: 1) Wie es in der modernen Mediciu gewisse feststehende grammntische Bildungen für Krankheits-Termini giebt, so die Endung *itis zur Bezeichnung von Entzündungen, das Suffix -osis oder -asis zur Be- Zeichnung eines allgemeinen Leidens (z. B. pleuritis, bronchitis. gastrit.is 11. a.; tuherculosis, lithiasis, psoiiasts u. u.), ebenso besassen auch die alten Hebräer in der biblischen Zeit besondere grammatische können zur Bildung von Kraukheitsuamen. Fastalle Benennungen v״n Krankheiten sind nach dem Typus ר*?ןלןק gebildet, z. B. ך־לקק, HHEC’ 11 יצי"ל<ח יגכהח a־ (Vgl. B. Stade, Lehrbuch der hebräischen Sprache, S. löo.j 2) Unter allen Krankheitssymptomen waren es besonders zwej Erscheinungen. wc*lche schon im Altorth ume die Aufmerksamkeit auf sich lenkten und den Blick des Beobachters frappirteii: a) die Empfindung der Hitze im ganzen Körper oder einem Th eile desselben, und b) das sichtbare Hervorsprossee krankhafter Producte, welch(' an gewisse Processe des Pflanzenreiches erinnerten, auf der afficirten »Stelle der Haut. Dementsprechend sind denn auch die zur Bildung von Kraukheitsnamei.1 dienenden Wortstämme zweien Begriff skr eisen entnommen: a) dem Begriffe des Brennens und der Wärme, wie: דיל לן ת. p.mp. שחין י(צרב ׳סרף) צלבה und b) dem Begriffe des Wachsens und BKiliens, wie יכלק verwandt, mit רר;ךל ,,Frucht“, pHtTD verwandt mit ספיח ,,Nachwuchs“, während das Hervorbrechen des Ausschlages durch

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