Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die italienische Litteratur der Juden
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 3)
- Language
- German
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Die italienische Litteratur׳ der Juden. 93 betrachten ist1), Venedig, bei Pi Para 1609. Pen Anfang gebe ich hier in lateinischen Lettern: O tempio d’ oratori. voglia infiuita, Di chi cerca pieta, grazia e favori, Tuo fonte benedetto spande vita. Piepser Uebersetzung kommt am nächsten die dem Texte gcgemiberstehende in Ms. Medici, Flut. 11. Cod. 29, worüber Biseinni (p. 261, ed. 1757) nicht klar genug berichtet. Sein Citat aus Wolf sehliesst auch noch den hebr. Anfang (p 263) ein; der italienische Text, des Ms. lautet: Tempio (1 orator[! | desio grarnle D'ogmin che chiede pietac favori, Tua fonte benedetta vita spande. Biscioni bemerkt (p. 265), dass die Uebersetzung an einzelnen Stellen von anderer Hand eorrigirt sei. Seine Vermuthung (p. 264), dass sie die des Lazaro di Viterbo sei, ist sicher unzutreffend; dass Moutfaucon (p. 260, s. weiter unten) ausdrücklich Samuel ״de Castronovo" angebe; lässt er unbeachtet. Zur Entscheidung bedarf es hier der Vergleichung mit der Ausgabe. Pen 7. Ternarius theilt Biscioni p. 261 mit. 4. Eine anonyme Uebersetzung. vielleicht nur eine Umarbeitung von einer der obigen, mit Benutzung einer anderen, begleitet den Text, in Ms. Schönblum 60 P (f. ]9—25). Sie beginnt: Ai tempio. ove chi cerca un fin perfetto, Ovc chi vuoi pietaäc, alto signorc, Vita dal •fonte tuo tragg’ e dilctto. Ich habenichts weite)‘ daraus excerpirt, weiss auch nicht, wer dieses Ms. erworben hat. Pie Volkstümlichkeit Dante’s bei seinen Landesgenossen, welche mir mit der der Bibel bei den Juden verglichen werden kann, ist wohl von letzteren auf den hebräischen Nachahmer, den Goldenthal zum ,.Dante fl ehren“ hinaufgeschraubt hat. Tibertragen worden, Die italienischen Bebearbeituugen beweisen jedenfalls, welche Gewandtheit in der italienischen Versifieation in jüdischen Kreisen sich im XVI. Jahrhundert verbreutet batte. Wie dürftig oder hölzern erscheint dagegen, was zu jener Zeit in Deutschland einen Anflug von Poesie aufzuweiseu hat, abgesehen von der Spraehmengerei. M Er eclirte in demselben J. 1609 eine italien, Uebersetzung von Jehuda ha-'Levi's מי כמוך in hebr. Lett.. wovon ich nur das defecte Exemplar der Bodl. kenne (Catal. p. 1341 n. 2.1. s. auch p. 2410). /