Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1898-01-01 · Heft 12 · p. Seite 545

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
42 (1898)
Issue
Heft 12
Article
Die Haggada bei den Kirchenvätern und in der apogryphischen Litteratur
Date
1898-01-01
Page
Seite 545 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829713-2829726-2881675--28978-2881706
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Haggada bei den Kirchenvätern und in der apo&ryphisclien Litt, 545 schon in der .Bibel behauptet wird, ].)ei* .Messias *) dagegen musste seine .,reale** Praeoxistenz ווm die .,ideelle/‘ vertauschen, während Paradies und Hölle nur insofern noch praeexisthvnd. blieben, als sie der Schöpfung des Menschen vorausgingen. Ja inan ging* in jüdischen Kreisen noch weiter, indem man das .Paradies und dir Hölle überhaupt aus der Zahl der praeexistirenden Dinge elimtnirte — mit den! Negiron des Heilsgodanlccns bei der Schöpfung war aueh wirklieh für Paradies und Hülle kern Platz mehr unter den praeexistirenden Dingen — und an deren Stelle zwei Dinge substituirte, deren Praeexisteuz nur ״ideell“ genommen werden kann, womit der Beweis geliefert sein soll, dass ausser den rein himmlischen Wesen, wie. dop* Thron den* 3 lorrliehkeit und der Thora, die Praeexistenz nur .,ideell’4 gemeint sei. Wagte man nun auch nicht die Praeexistenz der Thora, an zutasten, so suchte man wenigstens der Haggada. von der mic wirk enden Kraft derselben bei der Wortschöpfung eine andere׳ Wendung zu gehen, hn Uegensatz zu der alten haggadiseiien Deutung von נראשיה durch על ירי ההורה heisst, es in jüngeren Midraschim י') nur העולם לא גברא אלא בזבוה ־:*רה ״di(*. Welt, ist nur wegen der Thora gesehaihnr4. Hier ist die Thora nicht mehl* das Instrument• <Lutes, dessen er sich zur Weitschöpfung bediente, sondern die Ordnung, die die Welt zn.saimnenhitlt. Kino noch grössere Umwandlung* erlitt die oben von uns best ’ m<* Haggada!0 Simons von der Deutung des י־ י'ח אלד,ים auf ihm Heist des Messias, Ist nämlich die 'Praeexistenz des Messias nur ideell zu nehmen, so ist dieser Haggada der <irund entzogen, und daher machte di<* jünger(* .Haggada3) זו רוח של אדם daraus. Also lieber eine praeexistirende Seele Adams als eine solch(* des Messias, Dass aber dies(* Haggada nicht auf eine gnostiseh-kabbalistische1־) Ansicht von der Identität des Urmenschen mit l) Eine stillschweigende Veränderung hat. unser Midrasch auch mit dem praeoxistirenden בהם"ק vorgenommen. Es ist nämlich sicher, dass man in den alten Quellen mit בהמ״ק״" das himmlische Heiligthum bezeichnen wollte, denn nur von diesem — wozu Chagiga 12 b zu vergleichen ist. — lässt sich eine ״reale“ Praaexistenz aussagen, unser Midrasch dagegen nahm בהט״ק in seiner üblichen Bedeutung, und so liess sich leicht, die ״reale“ Praeexistenz in eine ,,ideelle“ umwandeln. ‘4) Gen. B. L Der Autor dieser Haggada ist R. Bannaja, ein Geschlecht jünger als der oben erwähnte R. Simon. :l) Miar. Schocher Tob, Cp. 139. 5. ־') Unter den Gnostikern ist es besonders die Grundschrift der Giementinen schon (vgl. Hilgenfeld, die Clem. Recogn,,־ p. 70ff.), welche diese Monatnschrift. 42. Jahr^aßp;. C2A

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.