Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Haggada bei den Kirchenvätern und in der apogryphischen Litteratur
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 544 (sequence 8)
- Language
- German
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544 Bie Haggada bei den Kirchenvätern und in der apokry plüschen Litt. — «'xistirfcen. Die1 Thora uml der Thron der Herrlichkoit sind ״wirklich“ 0;״schaffen worden, die Väter ־-— Patriarchen—, Israel, das .Heiligthum und der (Name des) Messias hatten ihre Existenz mir in der Idee“. An diesem Midrasch sind es nun zwei Dinge, die unser Befremden hervorrufen. Erstens: welche Veranlassung lag vor, die praeexistircmlen Dinge in «Reale“ und ,.Ideelle“ einzurheilen, eine Theilung, an die man in alter Zeit sicher nicht dacht»' V Ferner ist zu he״ merken, dass unser *Midrasch das Paradies und die 11 <>!!»• aus der Zalil der praeexistirenden Dinge streicht und sie durch die Väter lind Israel ersetzt. An eine ursprüngliche Differenz bezüglich der ..Praei'xistircmlcn“, nämlich so etwa, dass man in Palästina, der lleimath unseres Midrasch, die Viacr und Israel dazu zahlte, während in Babylon diese Ehre dem Paradies und der Hölle widerfuhr, ist. gar nicht zu denken, denn unser Midrasch polemisirfc an einer andern Stelle1) ganz augenscheinlich gegen die althergebracht■»* Anschauung von der Praeexistenz des Paradieses. Die antichristlich«* Tendenz imseres Midrasch, di»* sich in der Degrauinnig »los ,.real“ pracexistirondcu Messias zu einem bloss ״ideell“ praeexistirenden laindthut, lässt uns diesen Midrasch iin richtigen Lieht»‘ betrachten. Wir dürfen nämlich ohne Weiteres voraussetzen, dass die Praecxistonzlohre »'in viel umstrittener Punkt zwischen Juden und (linsten war, d»mn obwohl, wie wir schon oben bemerkten, die Praeexistenz des jüdischen Messias weit entfernt ist von der christlichen Logoslehre, so ist doch immerhin nicht zu leugnen, dass von einem geschickten Apologeten der jüdisch«' praeexistirende Messias leicht in christlichem Sinne gedeutet werden konnte. Was Wunder also, wenn man, mn den Christen den Wind aus. den Segeln zu nehmen, die■ ״reale“ Praeexistenz in eine ideelle mn modelte? Allerdings musste der Thron Gottes *־־*) als etwas ganz Ausscrweltliclies . seine reale Praeexistenz behalten, ebensowenig konnte man an der realen Praeexistenz .der Thora rüttelnr da man sie mit der himmlischen Weisheit Ideuvdicirte, deren Praeexistenz ri Gen. 1\. cp. 1גן בעדן ״מקדס" את בבור קורב לבריתו על עולם ואינו אל» קורב ״ לאדם דדאעון. Aber gerade in םקדט liegt nach Pess. 04a der Beweis für die Praeexistenz des Paradieses. 2) Auch das stavische Kenochbuch (Deutsch von N. Bonwetsch, Abh. d. kgl. Gosel. d. Wiss. z. Göfctingon. N. Folg., Band I, M. 3 1898) weiss von der Schöpfung eines himmlischen Thrones zu erzählen. Op. 2f> daselbst heisst es: ״'Und ich stellte mir einen Thron hin und setzte mich auf ihn.־“