Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Haggada bei den Kirchenvätern und in der apogryphischen Litteratur
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 543 (sequence 7)
- Language
- German
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Die Haggada bei de» Kirchenvätern und in der apokrypkischen Litt 543 uns auch das \vrhältnj.ss des prauexistironden Messias zum Sohne Davids? dieser conditio sine qua non des ־wahren Messias. R, Simon spricht eben ausdrücklich vom "רוח" של משיה und nicht vom Messias schlechtweg und es ist das Yeriiältmss zwischen "״רוח של סשיח zu seiner Person kein anderes als das zwischen Seele (-רוח ״־') mul Körper über* lumpt. .Die talmudise.h-midraschisclio Psychologie ruht bc* kaimtlieh1) auf ereatianiseher Grundlage, indem sie lehrt, dass zu jedem neuen menschlichen Kürper eine bestimmte Seele kommt, die unabhängig vom Körper seit dem Beginne der Welt für sich existirt. Die‘ Seele des Messias hat dem* nach nur den temporelEen Vorzug vor allen anderen Seelen, sie existirte, nämlich, <L i. sie ist erschaffen worden vor allen anderen Seelen. Wiewohl mm eine solche Praooxistenz-) dos Messias wenig Aehnlichkeit mit dem praeexistireiulcn ״Logos“ hat, so ist dennocli die Lehre von der Praeexistenz in Palästina, durch den Missbrauch, den das aufkommende Gbristenthuni mit derselben trieb, arg־ in Mi.ssercdit gekommen״ Zunächst schon in einem verhältmssmässig* alten, palästinensischen Midrasch begegnen wir eine eigenartige Ihnarbeitung der alten Leime von den f> praeexistirenden Dingen. ו דברים קרמו לבריאה עולם. יש כיהן שגבראו ייש ניחן שעלו במחשבה לחביאוה . ההורה וכסא הכביר גברא■• . . . האבירי. וישראל של סשיח ערי במחשבה להבראוה1־) dm‘ Weltschöpfung voraus, sehafren worden sind, einige Sechs Dinge gingen,, . ובה״מק ושמי voll welchen■ einige ,,real“ ge* aber nur in der Idee — Gottes beweis für die Verbreitung desselben. Es ist auch an und für sieb schon unwahrscheinlich, dass ein palästinensischer Gelehrter des dritten Jahr* Hunderts der Urheber dieser christologischen Lehre gewesen sein sollte. l) Siehe darüber F. Weber, System der altsvnagogalon Theologie, p. *J04f., 217 ff. ') Dieser jüdischen Lehre von der Praeexistenz dos Messias steht Paulus noch ziemlich nahe, der eben falls einer! praeexistirenden Christus lehrt, ohne ihm aber die Weitschbpfung und eine seiner menschlichen Existenz vorausgeh endo göttliche Würde zu misch reiben. Vergh darüber Zeller, Thooi. Jahrb. I, 2, ob ff. Auf einem ähnlichen Standpunkt steht auch die Grundschrift der Oioinentsna, worüber Hilgonfeld. die clement. ßecogn.r }>. äf> nachzusehen ist. 3) Gen. üb. cp. I. — Lehrreich ist die Vorworthung dieses Midrasch in den «פדר,י דר״ cp. 3. Daselbst wird nämlich die Eintheilung in ,.real“ und ,,idoöll“ praooxistivondü Dingo beibohalion; in richtiger Erwägung aber, dass die ״Sieben“ alle vom Talmud ״real״ genommen werden, worden im Gegensatz zu den ״Sieben“ andere zehn ,,ideell“ Fraoexisfcirende aufgezühit, worunter anob die Väter und Israel, aber nicht der Messias, der zu don real Praeexistirenden gezählt wird.