Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Haggada bei den Kirchenvätern und in der apogryphischen Litteratur
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 541 (sequence 5)
- Language
- German
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Dio Haggada bei den Kirchenvätern und in der apokryphischen Litt. 541 wir jetzt dir Rückwirkung der letzteren auf den 'Midrasch naher betrachten. Di(* Basis unserer Haggada, die stillschweifend voraus״•(*setzt(' Rraeexistenz der Thora nünilieh, ist in Palästina gegen Mitte des zweiten Jahrhunderts, als die Auseinandersetzung־ mit dem Ohristontluim (*ine uiiabweisbare Nothwo11digkeit wurde, arg erschüttert worden. Um aber diese Wandlung richtig zu würdigen, müssen wir uns zuerst über die Lehr(* von der Praeexistenz Klarheit zu verschaffen suchen. V ich* alte (Quellen zälihm übereinstimmend folgende sechs praeexistirende Dinge auf: Die Thora. den Thron der Herrliehkeit, den (Namen des) Messias, das Heiligtlmni. die Holle mul das Paradies. ז׳דבריים גברא!• קודם שגברא חעיילם: הורה |חשיברו|וו.ן עין ■יגיהג־ים וכסא הכבייד ייבהט״ק י׳:ג£לגיי 1׳׳) שר טשיח׳:ו. liier (M‘ln*b| sieh mm zmiilrliKt die!*1rage; wie buhen wir uns dih* 1 *nie ex Uten/ der genannten Dinge zu denken, ist Ae als (dm* ״reale1‘ oder nur als (*ine ״ideelle1‘ nufzufassen? Eine Frage, die bis jetzt unseres Wissens keine befriedigende Antwort erhalten hat. Sätze wie ז ,. ies Juifsff <p1i sont restes etrangers ä la discipline intelluetuolle des cooles greques, n ont jamais coinpräs la distinetion du eonerct et de Fabslrait“, k<Junen wahrlich 1 lieht den Anspruch erheben,, ernst ge־ nommen zu werden, und zeigen nur, welche Verwirrung Renan mit seinen Theorien bei seinen Nachbetern ungerichtet hat, die eine so wichtige Frag(1, anstatt sie eingehend zu untersuchen, mit einigen Phrasen abzuthun gedenken, Freilich, so versichert uns Herr de Faye, ist es nicht allein das Dogma von der Unfähigkeit der Juden, das Abstracto vom Realen zu unterscheiden, was ihn zur Annahme zwingt, die Praeexistenz real zu nehmen, sondern er habe über־ zeugende Beweise für dies(* seine Behauptung. Nun ist zwar die Quelle für diese überzeugenden Beweise einzig und allein die apokalyptische Litteratur, und wir könnten überliaupt die Frag(1■ aufwerfen, oh dies(1 durch christliche Hände so arg verunstaltete Litteratur als eine, rein(*■ Quelle für das palästinische Judontlmui gelten dürfe, aber wir wollen davon >) Was unter dem ״Namen•‘ des Messias zu verstehen ist, wird sich aus unserer weiteren Erörterung ergehen, und wir wollen liier nur auf den interessanten Fall b inweisen, dass dieser Ausdruck sich in einer Christliehen Schrift erhalten hat. In dem christlich umgearbeiteten Theile des Buches Honoch heisst es: Und che die Sonne und die Zeichen geschallen, , . . ward sein —‘des Menschensohnes — ״Name genannt“. Henoch 48, ü. ff Pesach. 54 a, Nedar. ÖÜb u. a. _m. 0. a) E. de Faye, Lea Apokalyps. Juives, p. 127.