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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1898-01-01 · Heft 12 · p. Seite 540

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
42 (1898)
Issue
Heft 12
Article
Die Haggada bei den Kirchenvätern und in der apogryphischen Litteratur
Date
1898-01-01
Page
Seite 540 (sequence 4)
Language
German
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540 Diö Haggada bei den Kirchenvätern und in der apokvyphisclien Litt. Altercatio״ sich wirklich die Behauptung fand, der hebräische Hiboltext habe: ״in ftlio״ oder, dass dies nur als Interpretation des Hebräischen sieh;uisgab. Durch die liehtvolle, Untersuchung Harnaeks1) aber wissen wir jetzt, <las> die ״Aitercatio Simonis er Theophili“ eine lateinische Umarbeitung' der griechischen Aitereatio Jas<mis et Lhapisci ist. und ־wir können uns daher über den fraglichen Punkt Grwisshoit, verschaAVn. Auf die Frage des Juden Simon, warum, wenn die christliche Lehre vom Sohne Gottes wahr sei, es nicht einfach Gen. L 1 heisse: ״Am Anfang־ schüfet! der Vater und der Sohn . . g־iebt der Uhrist Theophil folgende Antwort־): si veiles eredere, poteris et in prineipio eins invenire, <pus ehristus, dei Hlhis, Sic*!mim ״in prinoipio״, . , , h. o, in Uhrist-i arhitrio et ad eins voliue■ Litern Also war in der ״Aitereatio״ nur von der hagga di sehen Auslegung des ״prineipio*־ durch ,״tilio•* die Hede und zwar, wie aus einer anderen Stelle. dieser Schrift. luTvorgeht, dem Midrasch gemäss, mit Hüeksielit auf Spr. VIII, 22 Erst hei Tertullian und Hilarius iindet sich die bestimmte Behauptung, der hebräische Text habe ״in tiiio fecit deus . . /’ Der (.Iruml hierfür dürfte darin liegen. dass zu Zeiten der letztgenannten die ״Meturgmanin ־* beim Vorlesen aus der Thora dieselbe mit "בהיכנזא ברא" beginnen Hessen, ■was von den des Hebräischen 1*sp. Aramäischen unkundigen Uhristen Air das Urigi11.nl ge״ halten wurde. Haben wir nun den jüdischen Einfluss auf die christliehe Gestaltung dieser llaggada kenn«•■u gelernt, so wollen ג) Han lack, 1. e., lieft HL p. 115-130. ־’) Texte* und Untersuchungen, Bd. .1. Heft III. p. IS. :ו) L e. p. 21, 7 — vgl. ferner p. 131. — Es sei uns bei dieser Gelegeuheit gestattet, die Erklärung einer dunkeien Stelle unserer ״Aitereatio־־ zu geben. Cp. VIl, 28 (p. 41, 21 i. c.) wird den Juden folgender Vor־ vairf gemacht: Similher aquam luto mixtain volutus. sororum tuam tibi in conjugio copulus . . . Ifarnaek p. 48 gesteht ausser •Stande zu sein, den Wörtern ״aijuam luto , . einen Sinn abzugowirmen. Auch dor Vorwurf der Blutschande, dor liier don Juden gemacht wird, ist, wie schon Karnack bemerkte, sehr auffallend. Unsere Stelle wird aber ganz verständlich, wenn man folgendes rabinnische Gesetz berücksichtigt. Mit dem Uebertritt zum Judenthum, lehren die Kabbinen, ist jedes verwandtschaftliche Band aufgelöst, so dass z. B. ein גי־״" seine Schwester, weiche ebenfalls Jüdin geworden ist, zur Frau nehmen darf. S. Jebam. 88a. Die ,,טבילה", Tauie• ist nun nach rabbinischem Hechte eine unerlässliche Bedingung für die Giltigkeit des Uebertritts zum Judenthum. Jetzt gewinnt die'Stelle dor Aitereatio eia ganz anderes Licht: Der Christ wirft dem Juden vor, dass sie. um die Blutschande zufördern, nur ein schmutziges Bad, die "טבילה", verlängern um dann die Prosolyten ihre Schwester hoirathen zu lassen.

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