Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Religionsphilosophie Abraham Ibn Esra's
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 454 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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404 Die Religionsphilosophie Abraham Ihn Esra’s. 1. }Jos. 25, 8; zu 5 ולרבקה בו. Mos. 11, 22 und zu זבי תדבקון 5. I-.os, 13, 5, wo IK kurz bemerkt בלב בראש ובסוף, d. 11. die Berührung oder das Haften an Gott sei geistig gemeint und zwar in gleicher Weise am Ende (nach dem Tode) wie im Anfänge (vor der Geburt), Die fromme und gotterkennende Seele trete in Berührung mit Gott dadurch, dass sie wieder in der Weltseele aulgehe, die als iutelligible Substanz Gott nahe steht. Wenn IE also zu 1. Mos. 1, 26 im gangb. (!0111111. S. 32, ed. Fricdlämler (oben S. 446), von dem Menschen sagt, er sei vor allen irdischen Geschöpfen dadurch ausgezeichnet, dass er auch als Einzelner unvergängliche Dauer erlangen könne, wahrend seine Mitgeschöpfe nur als Art unvergänglich seien, so ist hiermit nient gemeint, dass er als Einzelner auch ein gesondertes unvergängliches Dasein behaupte, wielmehr tritt er als Einzelner nur wieder ein in das Ganze der Weltseele und giebt hierbei seine Einzelnatur nothwendig auf. Nach Munk, Melanges, p, 665 lehrte Ihn Sina eine inäividuelle Unsterblichkeit, während Ibn Baga und Ihn Roschd ebenso wie Maimonidcs dieselbe in .Anrede stellen. 8) Was aber ist die Strafe nach dem irdischen Tode, welche den Seelen'der Sünder bevorsteht? IE zu Ps. 1, 6 antwortet: Die Seelen der Frevler sinken1) (נפשות הרשעים תאבדנה). Die aus der Weltseele zu Erden gelangten Einzelseelen sinken beim Tode des Leibes, wenn sie nicht zu ewigem Leben sich würdig gemacht haben. Wie man sieh aber diese Ilerabgekommenheifc zu denken habe, erklärt IE nicht näher. Dass die Seelen der Sünder ״untergeben“, kann IE kaum besagen wollen, da eine Vernichtung des XcmcrcTzov oder B1av0Y]TWc6v im Menschen sich mit der Lehre von der Piüiexistenz und Unsterblich eit des denkenden Theilcs der Seele (S. 451) nicht vereinigen Lässt. In der Th&t spricht Nachmanides zu 3. Mos. 18, 29 bei der Anführung der hierher gehörigen Worte Ibn Esra’s zu 23, 30 es ausdrücklich aus, die Vernichtung der menschlichen Seele wäre ein übernatürliebes Wunder, das die Vorsehung zur Strafe der schlimmsten Sünder eintreten lasse. Das konnte auch IE nicht entgehen, und doch ist davon nicht das Geringste in seinen Worten zu l) אבד erklärt IE zu 5 ארמי אובד אבי. Mos. 26. 5 עגי בלא מ6ון und stützt os durch die Parräole von Spr. 31, 6. 7. ־— keist also: herabgekommen, gesunken. Die jetzt verbreitete Bedeutung des Irrenden, Umherirrenden kennt IE nicht.