Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Dünnerschen Talmudglossen
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 443 (sequence 11)
- Language
- German
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Die Dünn er’sei um Taimudglosson. 44Ö dazu missbrauchen, kannte nicht nur den ganzen Sehulchan Aruch, sondern auch alle anderen Religaouscodiees über den Haufen zu werfen (Zeitschrift f. hehr, Bibliogr. IL, S. 2 ix.)! Offen gestanden, der ganze Eiter konunt uns lächerlich vor. Man kann den Randglossen des Herrn Dünner alles Mögliche naehsagon, von ihrer 0 etöhrlich keit konnten wir uns nicht überzeugen. Man braucht nicht einen Augenblick sich darüber aufz 11 regen, dass das Fehlen eines in dieser Beziehung (nämlich über die Beziehung der (Jlossen zur maasgebenden Halacha) aufklärenden Vorworts als einer der grössten Mängel des Werkes zu betrachten sei! (düd. lh*. 181)7, wissenseh. Beil., S. 141J. Uns mochte im Gegentheil das fehlende Vorwort als der grösste Vorzug des Buches erscheinen. Wir haben sehr viele, Menschen kennen gelernt, die. die Miselmah abweichend vom babylonischen und palüstinensisehen Talmud und nicht selten sogar gegen den gesunden Menschenverstand nusgelegt haben. Wenn aber durch dergleichen abweichende Erklärungen nicht bloss der Sclmlehan Aruch, sondern alle anderen luligions-Codicus über den Haufen geworfen werden könnten, so ist cs zu bewundern, wieso das nicht; schon längst geschuhen ist, zumal wenn man erwägt, ,in wie Schrecken erregendem Masse besonders in unseren ,Pagen namentlich im Avestliehen Europa die׳ Ignoranz auf diesem Gebiete überhand genommen hat. Man erweist dem Verfasser viel zu viel Ehre, wenn man ihm zutraut, seine Erklärungen seien im Stande derartige Uimvälzungen hervorzurufen. Wir können darum zu unserem Bedauern auch nicht dem Herrn Referenten beiptUehten, der cs (Jüd. Press!‘, a, a. O.) nicht für nöthig gelullten hat, die Gründlichkeit,!len Scharfsinn, die. überall sieh kundgebende G(dehrsamkeit hervorzuheben, im Gegensatz zu ihm, sowie zu denn Referenten über lieft 1 in dieser MS, Jahrg. 41, S. 421)ff., sind wir genüthigt hervorzuheben, dass jedes Blatt beredtes Zeugniss von dem Gegontheil der am Verfasser gerühmten Vorzüge ablogu Was soll man nun gar zu der Behauptung sagen, dass die Glossen ein klassisches talmudisehes Werk darstellen und, dass man ״eine gleiche souveräne Beherrschung der gesammteu tahnudisehen Litte־־ r: äur und Handhabung derselben, wie bei Dünner, nur bei dem Meister aller Meister, Maimuni, finde. Die Emleitungeu und Uebcrschriften zu den einzelnen Vractaten, die Gruppirungeu und Zusammenstellungen der Mischnajoth, die sysfcemati sehen krystallklaren Stoff Übersichten, die unzähligen auf jeder Blattseitc auftauchenden, textkritischen, historischen und