Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Dünnerschen Talmudglossen
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 442 (sequence 10)
- Language
- German
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442 Die Dünner’schcn Talmudglossen. die Ansicht zuschreiben, dass der hebräische Knecht dem kanaanitischen Sklaven in der Beziehung gleich gestellt sei, dass er gleich jenem durch Beibringung eines Schadens von Seiten des Herrn frei werde, so muss er dies tiefer begründen und Spuren dieser Ansicht auch sonst in der llalacha nach־ ־weisen. Was der Verfasser dafür vorbringt, ist, selbst ־wenn es richtig wäre, dazu nicht hinreichend. Es ist aber obendrein falsch, obgleich der Verfasser etwas wunderbar Geistreiches zu sagen glaubt1). In Wirklichkeit kann auch der einfache Wortlaut nur das Gegentheil von dem besagen, -was Dünner in den Worten R. A's linden will Denn בר״א יוצא bedeutet allerdings: durch Verletzung eines Gliedes frei werden, aber אס בר״א גכגס בר׳יא ייצא kann nur so viel bedeuten als שלם גבגס שלם יוצא, d. h. di('. Beibringung eines Selmdens soll hier nicht einen Grund für die Freilassung ubgobrn, sondern legt dem Herrn die‘, Verpflichtung auf, den Werth des Schadens zu ersetzen. Nach Dünners Auffassung musste der Satz אם בר״א גכגס ברייא יוצא eigentlich so viel heissen als: wenn der Knecht, mit verletzten Organen in den Dienst getreten ist, so muss er ihn auch mit verletzten Organen vorlassen. Vielleicht wäre es übrigens das beste, den ganzen Streit einem Orientalisten zur Entscheidung zu unterbreiten. Und über ein Buch, das wesentlich mit derartigen oberilaeh־ liehen Behauptungen angefüllt ist, hat man sieh in gewissen Kreisen so sehr ereifern können! Von diesen querköpfigen Einfällen, meint ein Referent, dass ein Sachverständiger sie והרב שמחי עי גרעונו אין גרעונו מחור sfösst diese Anschauung ]keineswegs um, denn dieser Ausspruch ist nur tu einem ganz bestimmtem Sinne gemeint. Uebrigens ist es überhaupt fraglich, wie die Baraita, auf die sich Baba bezieht (וקונה א״ע בכסף ובשוד. כסף ובשער) aufzufassen sei. Will man hier unter שסר soviel als שיחרו ר vorstehen, dann passt, ja die ganzo Baraita besser auf עבד כנעני als auf עבד עברי. l) Wir müssen hier den Leser auf die eigenen Worte des Verfassers verwoisen. Dorsolbe meint, die Fortsetzung der Stelle: יפי שהוא אומר וכי ימכור איש וכר' יא תצא בראשי איכרים כדרך שהכנענים יוצאים ובו' würde sich nicht gut anschliesseu, wann man die Ansicht K. A\s anders auffasst, denn, heisst es: סיגגון לשון זה הוא בכי מקום יומר שאם יא כתוב בהודה בפירוש ההיפוך היינו הנין כנגדו יב״ו ולפ״ז יקשה מה קאמד ר״ע הא משמעות דבריו היא שהעבד יוצא בר״א ומביא ע״ז לימור שאינו יוצא בר״א וב׳יו אמנם אט נאסר שרעתו מסכמה לדבריו (י!) ניחא וה״ם. Abgesehen von der ganz confuson Darstellung, wird in diesem Beweise vorausgesetzt, dem Wortlaut E. Abs sei zu entnehmen, dass der hebräische Knecht frei würde durch Erleiden eines Schadens. Allein, wenn der Wortlaut wirklich das besagte, so wäre jedor weitere Beweis überflüssig, und Herr Dünner brauchte sich nicht umsonst zu bemühen, denn wir, und mit uns noch viele Andere, respeetiren gar sehr den einfachen Wortsinn und verlangen in einem solchen Falle gar nicht besondere Beweise.