Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Dünnerschen Talmudglossen
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 2)
- Language
- German
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386 Die I)ünner*sehe11 Tahnudglosstm. Wartung, dass es dem Verfasser weit weniger um seine Fragen als um die tiefgründigen Betrachtungen zu thun sein werde, die er an das Thema anknüpfen will. Und in der That erfahren wir es zwar nielit sofort, dürfen es aber wenigstens zwischen denZeilcn ahnen, zu weichem interessanten Ergehniss der Verfasser gelangen will. Er uiuthet uns nümlieh zu, ihm zu glauhon, es gehe eine Ansicht dahin, dass nur eine, גבגסה לחיכי. ונבעלה אוכלת בהרימה, ja noch mehr, dass in der angeführten Sifrestello mit dem Gegensätze von ארוסה und נשיאה nichts anders, als גבנסח לחיפה ולא :בעלה und :כנסה לחיפה ונבעלה verstanden werde. Da jedoch die Absurdität einer solchen Behauptung, wenn sie direct ausgesprochen würde, gar zu sehr in die Augen spränge, unternimmt es der Verfasser, uns auf einem Umwege zum Ueständniss der von ihm behaupteten Thatsachon zu veranlassen. Und zwar ge- י schicht dies auf folgende Weise: Im Jer. Ketubbot 29d folgt auf die Worte KJblfs: ימה אעשה והן אמרי לעולם אין האשד, אוכלה בהרימה ער שהכנס לחיכה noch der Satz: וסמכי להן מקרא כמה שנאמר כל טהור בביהך 'אכלנו. ]Nachdem der Verfasser dies(‘ Stelle angeführt und in seiner bescheidenen Weise bemerkt bat*• יריק והראה דבריס הרשים, nachdem er ferner die wahrscheinlich wissenschaftlich sein sollende Frage aufgeworfen bat, ob der Sehlusspassus ebenfalls von R.IbB herrühre, oder wie der Verfasser sieh verschwommen ausdriiekt מפי חסוגיא יצאו: nach allein dem führt er fort mit den Worten: מ״מ הדגן שכוונו* אל הדרשה בספרי הג״ל וא״כ דרשו מקרא ד״ג״ל ארוסה איגד, אוכלה בהרימה אלא עד שנכנסה לחיפה יהא דקרו איהה ארוסה לאפיקי נשואה והיינו נבעלה. Mit Verlaub, Herr Doctor! Wo wird denn in einer der genannten Stellen (dne נבגסד• לחיפה ולא נבעלה eine ארוסה genannt? Sie sprechen davon mit solcher Bestimmtheit, als ob das wirklich in diesem oder irgend einem Texte stände. Allein in der soeben oitirten Jeruschalmi - Stelle ist davon absolut rächt die Hede. (Wenn wir nämlich recht, verstehen, so wünscht, der Verfasser, dass wir zunächst denken, die Deutung im Nifre sei mit (1er Deutung im Jeruschalmi identisch, und dies wird von ihm ausgedrüekt mit den Worten: מ״מ חזיגן שכוונו אל הרחבה בספרי,) Darauf muss ich Ihnen erwidern: Nein, geehrter Herr! Von dem, was Sie schon möchten, sehen wir gar nichts. Wir. sehen bloss, dass ein und derselbe Schriftvers .sowohl im Jeruschalmi, als auch im Sifre gedeutet wird, und wir nehmen wahr, dass die Deutungen ein klein wenig diilerireu. Wahrend im Jeruschalmi die eitirtc Schriftstolle darum als Anlehnung für die Halacha אין ארוסה אוכלה בהרימה verwerthot wird, weil