Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Über zwei dogmengeschichtliche Mischnastellen
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 338 (sequence 2)
- Language
- German
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338 Uebor zwei dogruengeschichtliche Mischiia.sfcellon. Erklärungen als gleich unbefriedigend ablehnen zu müssen, schon aus dem einen Gründe, weil der Zusatz in unserer Mischna: ״ אע״פ שייט בירו הורה יביעשים טוביםauch wenn er durch Keimtniss der Thora und durch gute Handlungen ausgvzeiehnet ist“, weder auf denjenig<m anwendbar ist, der die Göttlichkeit der Thora bestreitet, noch auf denjenigen, der aus Missachtung׳ des Thorawortos die gesetzlichen Vorschriften Übertritt, Achten wir ferner auf den Wortlaut: ייגלה פגים 1בהורה שלא בהלכה). Bei jemandem, der die Göttlichkeit der Thora leugnet oder der die biblisehcn Gebote vorsätzlich Übertritt, kann es doch überhaupt nicht in Frage kommen, ob sein Verhalten mit der■ Thora im Kinklang steht oder nicht. Offenbar aber liegt der Schwerpunkt gerade in den Worten: שלא בהלכה. Der נזגלד. פגים ברורה ist. ein Solcher, der sich mit der Ilalacha, mit der traditionellen Sehriftauslegung\ in Widerspruch setzt. Wir werden daher an eine Art von Sehriftnuslegung zu denken haben, die zwar die Göttlichkeit, der Thora anerkennt, sich aber ihrer ganzen Tendenz nach zu der herkömmlichen oder traditionellen Schriftauslegung in einen bewussten Gegensatz stellt. Was mag das für eint‘ Schriftauslegung gewesen sein? Sollte sieh in der talmudischen LiUeratur gar keine Andeutung darüber finden? Ich glaube, doch. Im Sifre heisst es: .... End die Person, die Etwas timt mit erhobener Hand““ (Nuui. 15,30). das ist der נזגלה פגים בהורה, wie Manasse, der Sohn Iliskija’s, der dnsass und [die Schrift] in anstössiger Weise deutete. Er sagte: Hatte er (nämlich: Mose), in der Thora Nichts weiter zu schreiben, ifls: ״,״Und Huben ging zur Zeit dm* Weizenernte““ (Genes. 30, 14), oder hatte er Nichts weiter zu schreibes als: ״״Die Schwester Lotans war Thinma““ (Genes. 30, 22)‘2). *) ln Abot d' R. Natrin (Jap.2ö fehlen allerdings die Worte .שיא כהיכר und im Sifre zu Num. 15, Hl, wo unsere Mischna angeführt wird, fehlt der ganze Passus von dem מגרה פנים בתורה, ist aber dort wohl mir durch ein Versehen ausgefallen, da es unmittelbar vorher heisst: .:י את דבר ד' בזד זה המגדר, פגים בתורה. Vgl Racher, Agada der Tmiaiten, S. 107. Anmerk. 5. '0 Sifre zu Num. lö, HO. והנפש אשר תעשה ביד רמה זה המגלה פנים בתורה כמנשה ב; חזקיה שהיה יושב ודורש* באגדות שי דופי יפני המקום ■אמר רא היה יו לכתוב בתורה איא. ולך ראיבן בימי קציר חמים ולא היה לי?*בחוב איא ואחזת רומן המגע, Im Talmud I). Sanhedr, foi. IM) b wird diese Stelle gleichfalls angeführt, aber mit einigen Abweichungen. Sie lautet dort; ,ת״ר והגם ש אשר תעשה ביר רמה זה מנשה בן חזקיד שהיה יושב ודורש באגדות שי מפי אמר וכי יא היה לו למשה לכהוב איא ואחות לומן המגע והמגע היתד. פרגש לאייפז וילך ראובן בימי קציר חמים וימצא דודאים בשדה וגו'. Wahrend hier in dem Citat selbst die Worte זה המגיה פגים בתורה fehlen, wird im Talmud das. fob 99a bemerkt: מגרה פגים בתודה כגון מאי כגון מנשה בן הזקיה.