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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1898-01-01 · Heft 7 · p. Seite 302

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
42 (1898)
Issue
Heft 7
Article
Über zwei dogmengeschichtliche Mischnastellen
Date
1898-01-01
Page
Seite 302 (sequence 14)
Language
German
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»02 l\d»or zwei dogmengescluchtliche Mischnastellen. Das Anstößige dieses 1 Icilvcrfahrons wurde, wie;ms der Tivsefia und dem Talmud hervorgeht, noch dadurch ־״!> steigert. dass lud ilnn die Wunde mit Speiehel benetzt wurde1), worin mau von jüdischer Seite, da zugleich (!in Jlibolvers eitirt wurde, eine. Verletzung־ dm־ der heiligen Soli ritt schuldigen Ehrerbietung glaubte erblicken zu müssen. An letzter Stelle wird in unserer Misclma im Namen des Abba Said als des künftigen Lebens verlustig erklärt : ״ ההיגד• א*« השם באיהיוידיderjenige, der den Namen (inttes nacb seinen Buchstaben aussprieht;i ־). Damit sind wohl di(‘ Samaritnner gemeint, die im Schwur- und < lubetsformeln das Tetragrammatou a iiszusprechon pflegten:1), was bekanntlich nach jüdischem (leset/.(' unstatthaft, ist4). Wir sind weit, davon entfernt, das Ergeh 11 iss unserer l*ntersürhnng als ein völlig״ gesichertes hinznstellen. 1 m i der Lückenhaftigkeit und dem fragmentarischen Charakter der uns aus jener Zeit vorliegenden Quellen wird mau auf eine jeden Zweifel ausschiiossendo Sicherheit der gesehichtlielicn Erkeimtniss in viideu Punkten wohl überhaupt verzichten müssen. Soviel aber glauben wir mit ziemlicher Wahrscheinltehke.it behaupten zu dürfen, dass die Erheber der in unserer Misclma bekämpften Anschauungen und Eebungcn in dem von uns umgrenzten Kreise, nämlich der Sadducäcr. בנגיא gelobt hat (vgl. Pevenburg, Essai, S. 3U0, Anmerk. 2] wird uns ein Heilverfahren berichtet. (Talmud b. Abod. Sar. fol. 28a). j) Zu רוחבו ואמד wird in der Tosefta (vgl. S. 300 Amu. 1) noch hinzugefügt; ורוקק und im Talmud (fol. 101a): ובדוק ק בה. In Abot. d'Lv. Natan heisst es: 'הדוחיצ ער המנה וד״-וקק ער המנה וגו. Geber die Anwendung des Speichels za Hcülungszwocken vgl, AYiner, Kealwörterbueh, 11,8, 484, Vgl. auch Lewy, Abl»n Saul, S. 33; Bacher, 8. 315. ■*) In der Tosefta wird diese Ansicht nicht dem Abba Saul beigelegt; cs heisst daselbst (Sanhedr. X!h 0): הובישו עריהב הבודק עור וד.מיש* ב־־יה והמודד, שגיב בהורה וההוגה אה היבש באותיותיו יצאי; רהב חרק רעורש הבא, Im .lenisajemiseilen Talmud (Sanhedr. X, 1) wird diese Tnsefinsicllo angeführt, aber ohne den Passus: ההוגה את היבם באותיותיו. In Ahnt d‘U. Natan, Cap. 30’wird diese Ansicht dom R. Jochanan ben Nuri zugeschrieben.;1) Im JerusaLemischen Talmud zur Stelle heisst es: אמר ר' מגא. נו.וי אירץ נותאי דמשתבעין. Aus demselben Grunde, weil die Samaritaner das Tetragramm auszusprechen pflegten, ist wohl auch die Bestimmung getroffen worden, dass man bei einem von einem Samaritaner vorgetragenen Segensspruch mit dem אמן warten müsste, bis er seinen Vortrag vollendet habe (Berachot VIII, 8, vgl. Lewy, Abba Saul, S. 33, Anmerk. 80.) "Geber den Gebrauch der Samaritaner, das Tetragramm auszusprechen, vgl. auch Silvester de Sacy, Chvestom. arab. LI, S. 482; Geiger in Korem CLemed V, S. 103; Kirchheim, Karme Schomron, S. 25, . 4) Mischna. Sota VII, 6; Tamid VII, 2.

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