Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Über zwei dogmengeschichtliche Mischnastellen
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2829132-2829713-2829721-2881327--28667-2881353- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
IVImt zwn dogmengosehicht liehe .Mi.sclma.stollen. 299 Don nivlitkjinomschen Schriften sollte allerdings 11id1t dieselbe 1 )i^nitUt wie den in den Kanon angenommenen beigelegd werden. Ls wird davor gewarnt, sieh in sic» in gleicher Weise wie in die kanonischen Schriften zu vertiefen, das will sagen, auf diesen Sehrittenkrcis die hemionoutiselien ]ntorpretathms־ regeln .‘inzuwenden, deren man sieh hei dm* Auslegung der kanonischen Schriften bediente1). Man sollte» sic lesen'nicht anders, als wie man einen Brief liest ־). An unserer Stelle aber wird das Lesen den* ״draussen,stehenden Schriften“ als ein schwere*» religiöses Vergehen, ja geradezu als ein Abfall vom Judenthum gekennzeichnet, was den nj)0krv|d1ischcu Schriften gegenüber jeder Keelitiertigung entbehren würde. Wir werden daher hier an einen anderen Sehriftenkreis yt\\ denken haben, der nicht nur als ausserhalb des Kanons, sondern als aussei’- halb des Judenthums stehend und dasselbe inVseiner Kxistenz bedrohend angesehen wurde. Nach einer an unsere Xliselmastelle sieh anschliessenden Baraitha handelt, es sieh um das Lesen minaiseher oder judenohristlicher Schriften :i), das in der Tlint den Verdacht einer Apostasie als nicht unbegründet erscheinen liess־*). Priester, sagt: Wir losen בלבבללות (Kohel. 12. 11) mit einem Sameoh, ge- .schnoben aber ist es נדבנזרות. Wie die Abtheilungen (מיצגזדות) der Priester vicruudzwanzig waren, so sind auch die Bücher der Schrift viovundzwanzig. Wer in einem Buche liest, das nicht zu den 24 gehört־, so ist das, als oh er in den הפרי2 היצוגיב lii.se, denn es heisst in der Schrift: ,״.Vor mehr als diesen, mein Sohn, nimm dich in Aeht;u\ (Vgl. Talmud jer. Sanhedr. X. 1 >. Hier werden also die aussorkanonisehen Schriften von den ״«ה חיצדגיב,er ausdrüeklieh unterschieden. *) Vgl. Midrasch Koholet zu XL1L. 12: Talmud jerusch. Sanhedrin X, 1. ’-’) Vgl. Joel, blicke, 1. iS. 11.7 t'g. :י) Talmud b. Sanhedr. ioi. 100 b. תגא בב2־י צדלקיס. Kür das durch die l'ensuv in unsere Ausgaben hineingokommem» צידוקים liaben die uneensirton Ausgaben:;מיגי, Vgl. Rabinowiez, Dikduke Soferim, ad 1. 4) lm jerusalemisohen Talmud heisst es allerdings: י בי עקיבא אובל- אף הקורא בבשדיב חיצוגיב בגון בברי בן בירא ובברי ב; לעגה אבר ב2יי ה בלידס ובד בפריב שגבהבו מ;אן ואידך הקורא בה; בקורא באיגרת, ,.Rabbi Akiba sagt: Auch derjenige, der die draussenstelionden Schriften liest, wiu die Schriften des Beii-Sira und die Schriften des Pen baana. Aber die כפיי הכזירב und alle Schriften, die von da ab und weiter geschrieben wurden, wer in ihnen liest, so ist es. als oh er in einem Briefe läse.1‘ Allein abgesehen von den noch immer ungelösten Schwierigkeiten, welche der überlieferte) Text dieser Talimulstelle darbietet (vgl. Graetz. Monatsschrift, 1870, S. 1)10 fir.; Joel, Blicke I, 8. 7)4; ,J. Perlr.s in der Revue des Ktudes Juives III S. 112 fg). scheint es mir unzweifelluift, dass die angeführten Beispiele nicht zu dem Ausspruch R. Akihns gehören, sondern ein spaterer Zusatz sind (vgl, auch Bacher, Agnda der Tanaiten, Strnssburg 1884, S. 340, Anmeik. 2). Gegen die Beziehung des Ausspruchs Rabbi Akibas au! Ben-Siraeh wendet sieh schon der Amoräer Ahbai (Talmud b. Sanhedr. fol. 100 h.)