Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Über zwei dogmengeschichtliche Mischnastellen
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 8)
- Language
- German
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296 IVber zwei dagmengeschichtliche Miscdmüstellen. dass von christlicher Seite behauptet wurde, mir der Dekalogg und nicht das übrige Gesetz sei als unmittelbar von Gott stammend und als verbindlich zu betrachten ‘). Damit lümg’t wohl auch, wie schon Joel bemerkt hat, die unter aiisdrüeklieber Henitbn״‘ auf die Einreden der ilinäer, d. 11. der .Imlenchristen, Seitens dm* jüdischen Gesetzeslohror ergangene- Eestimnnmg zusammen, dass im täglichen Gebet nicht mehr, wie es früher üblich war, neben dem ע1נזע auch der Dekalog iveitirt werden sollte ,־D. Für noeli wahrscheinlicher aber halt(‘ ich es, dass unsere ÜUischnn die Lehn? des Gnosticisimis im Auge hat., nach der das mosaische Gesetz nicht auf den ersten, durch Christus geoifenbarten Gott, sondern anf den jpyo^ oder den Judengotr zuriiekzu führen sei An dritter Stelle finden wir in unserer Miselnui den אפיק״י־־יס genannt Unter diesem will Rapoport einen wirklichen Anhänger der Schule Epikurs verstanden wissen, und zwar soll es insbesondere, die Verwerfung einer Jenseitigen Yergvllimg sein, uni derentwillen der Epikuraeer als Ketzer gvbrandmarkt wird 1). Wir können uns jedoch der Ansicht Lapoports schon aus dem l!runde nicht nnscldicsson, weil jene Lehre, wenn sie sieh auch als 11 othwendige Konsequenz aus dem epikureischen System ergiebt, in ihm doch keine so hervorragende Stellung eiuninnnt, dass wir bei einem Hpikuräer in erster Reihe, an sie erinnert würden. Dazu kommt• noch die l ■mvuhrscheinliehkeit, dass die jenseitige Vergeltung oder die Wiederbelebung־ der Todtcn, deren bereits au *jly, 0JJ1C.U0; ״Aavfojjisvo'j; ii'.ivj'A; nß; ׳ססקדזt/m;uv 7’Am IV, S pag. Id z־xl ן aAftiv rt 1S׳.au׳y/.r(, vrx r( ססד r,77״r(1j.£7c-'j Jir(ai'y77 a er ׳ypcc/ic A, 77,7 y/X£CHav filMV SV 77 C "׳!jtscoj 77707 u. :1. U. ל irenaous contra ]laeretio. IV. 1(>. 4־— f> (cd. Stieren, pag. fiOü). ln quam vitam praestruens ho»nine:n, Doealogi quid מגס verba ipse per semetipsum omnibus similuer Dominus locutus est. et ideo similiter permanent apudnos, oxtensionom et av.;׳ mentum, sed non dissolutiouem aceipientia per carnalem . ejus ndventum. Servitutis autem praecepta separat im per Moysem praecepit populo, apta iliorum oruditioni etc. ף׳ Talmud 1), Boracbot iol. 12a: Jerus. Talm. Beraeh. I, 5: מפגי תרעומת המיגיס ״ יעדא יהיו אומייס א־5! יכדס :ר.:ר רמיסה מסיגיWegen der Einreden der Minder, dass sie nicht sagen!. diese allein sind dom Mose am Sinai gegeben worden Vgl dobl 1, S. Sil :ז) Bauer, Gnosis, S. 242 fg.; Strauss, Glaubenslehre 1, S. 180 fg. IJeber das Eindringen der Gnosis in das Judenthum vgl. Grätz, Gnosticismus. S. 48; •10dl, Blicke, I, Exkurs •2. 4);'עדך מיי sub voce אפיקורוס• Maimonides in seinem Mischnakommentar will אפיקורוס vom aramäischen פקר ableiten. Der אפיקורוס ist nach ihm Jemand, der sich von der Thora und ihren Vertretern verächtlich abwendet (.מי שמפקיר עצמו וממה אות התורה ורימייל!).