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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1898-01-01 · Heft 7 · p. Seite 290

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
42 (1898)
Issue
Heft 7
Article
Über zwei dogmengeschichtliche Mischnastellen
Date
1898-01-01
Page
Seite 290 (sequence 2)
Language
German
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lYber zwei dogmoiigesehlehtliehö Alisehna.st ul Ion. 2\)0 anderen 1^״1111111־' hin entscheiden, das kann doch wohl keinem Zweitel unterliegen , dass der Trieb zur Dogmenbildmig innerhalb des Judenilmnis niemals in . dein Maassr wie im Kreise anderer iodigionsgemeiusehaften liervorgetivtcu sei. ץ\"ir werden daher, wo wir in der jüdischen Litteratur trotzdem rinrin Yrrsmdi zur Fixirung von ( Ibuubensuornicn begegnen, riiu' umso dringendere Voran lass! mg־ haben, den geschichtlichen 1 »ed’mgimgen nachzuforsehen5 aus denen ein solches Unter־ nehmen licrvorgegnngen sei. Dir* Fixirung von Dogmen setzt das Vorhandensein ivligiüscr Vorstellungen voraus, die mein* oder minder im Bewusstsein der Uesanimtheit leben und die sieh der dogincnbilden־ den Thätigkeit als der von ihr zu bearbeitende Stoff darbieteiu Insofern nun die heilige Schrift als die (Quelle für die religiüsen Vorstellungen des «ludmtlmnis zu betrachten ist, wird man bei einer (irscliiclite der Dogiuenbildimg innerhalb des .ludentluuns selbstverständlich auf sie als auf deren (!rundlagt־ xurückxugehen hüben. Di(־ (deschiclite der Dogmenbitdung seihst beginnt aber nieht selion mit. der Bibel, sondern erst in einem späteren Stadium der geschichtlichen Kntwickelung: sie tritt mit dem Augenblick ins Leben, wo der religiös(* Vorsteilungskreis der Bibel auf eine gegebene Veranlassung hin zum U egenstand des rellektirenden Bewusstseins gemacht und einer kritisehen .Prüfung־ und Sichtung unterzogen wird. Als erster gesehichtlich überlieferter Versuch epier Dogmeniixinmg innerhalb des Judenthuins stellt sich uns die bekannt.(‘ Mischlin Sauhedrin X, 1 darb, an die ja atieli die spätere durch Maimonides eingeleitete .Entwickelung der jüdischen Dogmengeschieht(* anknüpft. Diese Miselma lautet, wie folgt: ..(ranz Israel hat Antheil an der zukünftigen Welt, denn also heisst es: .,..Und Dein Volk, sie alb* sind Unrechte, auf ewig werden sie das Land besitzen; ein Sprössling meiner Pflanzungen; ein Werk meiner Ilände. mich zu verherrlichen““ (,!es. GO, 21 ). Dies(* aber haben keinen Antheil an der zukünftigen Welt: wer da behauptet-, die Auferstehung der Todten sei nicht in der Thora hegründet, oder dass die Tlmra nichtgöttliehen Ursprungs sei und der איייקיררס. Babbi Akiba sagt: auch derjenige, der־ die draussenstehenden Bücher liest, und derjenige, der eine ג) Im babylonischen Tai mud* geht dem פרק חלק dev פרק ארו הגחגקין voran, so dass unser Abschnitt in ihm erst dem elften Abschnitt bildet, während, er in den MischnaausgaUm und im jerusaleinischen Talmud den zehnten A bschnitt bildet. Die Anordnung im babylonischen Talmud geht, wie Lipmann. U eilt־!׳ in seinem Mischnakommentar bemerkt, auf Kasch i zurück.

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