Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Welcher biblische Ortsname ist "Cedson" im Onomastikon des Hieronymus
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 5)
- Language
- German
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Weicher bibl. Ortsname ist ״Cedson“ im Ononiastikon d. Hieronymus?!97 Auch der von Kirchheim 1874 nach Handschriften herausgegebene Commentar zur Chronik (aus dem 10. Jahihundert), den er einem Schüler des Gaon Saadja zuschreibt, hat. wie aus der Note des Herausgebers S. 23 hervorgeht, ebenfalls diese 2 Verse nicht vor sich gehabt. Ein Gleiches geht aus der Anfrage, die an den Gaon Hai bezüglich der in Josua c. 21 fehlenden 4 Ortsnamen des Stammes Kuben, und aus der von ihm ertheilten Antwort1) hervor, auf welche David Kimclii Bezug nimmt. Letzterer schreibt darüber im Comment, zu Josua 21, 7 : ויש ספרים מיגר. בהם וממטה ראובן את בצר ויו׳־ את קדמות וכר' ערים ארבע, ולא ראיתי שגי פסוקים אלו בשום ספר ןשן מרוייק אלא מוגה במקצתם וראיתי כי נשאל רביגו האי ז״ל בזאת השאלה והשיב אע״פ רהכא לא חשיב להו בדברי הימים חשיב להו נראה מתשובתו כי אינן כתובים בספריהם. Infolgedessen hat auch R. Jacob b. Chajjim in der Biblia Rabbinica (1525) die beiden Verse als unecht weggelassen und viele Bibelherausgeber sind ihm darin gefolgt. Aber wie wir glauben mit Unrecht. Denn abgesehen davon, dass der ganze Context diese zwei Verse unbedingt fordert — im V. 7 ist ausdrücklich gesagt, dass aus den Stämmen Kuben, Gad und Sebulun 12 Städte den Leviten angewiesen wurden, und in den Versen 34 und 35 werden die vier aus Sebulun, in den Versen 38 und 39 die vier aus Gad aufgezählt, nur die aus Kuben fehlen. Warum? Hätte in den Talmuden oder Midraschim nicht irgend Einer der Taimaim oder Amoraim die Frage nach dem Grunde der Omission gestellt, wenn sie in den Exemplaren jener Zeit gefehlt hätten — ist es doch wahrlich von nicht unerheblichem Gewicht, dass sämmtliche alten Verteilten, die LXX, der Syrer, das Targuni, die Vulgata, diese 2 Verse in den handschriftlichen Exemplaren, aus welchen sie übersetzten, vor sich hatten. Ist es auch nur denkbar, dass das Targum zwei ganze Verse willkürlich in den sanctionirten Text der Bibel hineingeschmuggelt, oder auch nur dem einen biblischeu Buche entnommen, und einem andern einverleiht, oder gar — wie es hier der Fall gewesen sein müsste — sie geändert und gekürzt wiedergegeben habe? Denn die betr. Verse sind ja nicht unverändert aus dem J. Bliche der Chronik in das Buch Josua hinübergenommen worden, sondern mit theilwciser Kürzung und Hinzufügung. Wir stellen ’) Cfr. תישובוח גאונים קדמונים, lierausgegeben von David Cassel, Berlin 1848.