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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1898-01-01 · Heft 4 · p. Seite 184

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
42 (1898)
Issue
Heft 4
Article
Zum Jubiläum des ersten Talmuddrucks in Deutschland
Date
1898-01-01
Page
Seite 184 (sequence 5)
Language
German
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134 Zum Jubiläum ■des ersten Talmuddrucks in Deutschland. selben Tage meldete sieh aber auch Schotten selbst zum 'Wort und protestierte energisch gegen die Contiskation seiner Bücher, sowie gegen jede Storung seiner Gesclülftsfreiheit, die er damit begründete: dass ihm von einem Verbot des Verkaufs fremder Drucke nichts bekannt sei, und anderen ebensowenig, denn sonst hätten seine Exemplare nicht unbeanstandet dfe Landesgrenze passieren können; dass ferner die holländische Talmudausgabe gewiss kein Nachdruck derjenigen Gottschalcks sei, weil eine Gottsehalcksehe bisher noch nirgends erschienen. Natürlich wusste Gottsehalck solche Gründe entrüstet zurückzuweisen. Er legte einfach dem Bücherkommissariat seine Gegenbeweise vor: Abschriften seiner Privilegien, wobei er allerdings in der Abschrift dm* kaiserlichen Antwort vom 12. Februar 1715 die Worte hinzuzufügen vergass: ״Das obige Begehren hat nicht statt“, ferner in dreifach verschiedener Papierstärke zwei Blätter des begonnenen eigenen Talmuddrueks (Sabbat-Traktat, fol. 35 und 38), endlich die Abschrift der Oppenheimsehen Briefe und des Contracts mit Hirsch b• Ohajim, indem er zugleich versicherte, ״dass er ehester Tage den 1. Teil von Talmuth, soviel gefertigt werden könne, auf bedürften anhersehaifen werde•־״ Es sei ihm sehr viel ״an dem in seinem Privileg gewährten Juris und der Exaction der venvürckten Straffe״ gelegen und er bitte deshalb nochmals um schleunigen Process gegen den Juden, protestiere aber auf jeden Fall gegen die Herausgabe der contiscierten Exemplare Sollten jedoch die Herrn Bücherkommissarien Bedenken tragen, ihm Recht zu geben, so möchten sie schleunigst einen allerhöchsten Entscheid vom Kurfürsten selber einholen. Denselben Weg hatte nun bereits ein anderer eiligeschlagen —* Bercnd Lehmann. Ein ständiger'Besucher der Leipziger Messe, hatte er sofort von den Vorgängen erfahren und noch am selben־Tage, sich seines Schützlings annehmend, ein eingehendes Schreiben an seinen hohen Gönner, August den Starken, abgefasst. Er setzte darin den ganzen Verlauf dieser Talmuddruck-Angelegenheit auseinander, betonte mit aller Entschiedenheit, dass nur ihm allein das Privilegium einer Neuausgabe zustehe, und dass auch das neue Privileg, das Gottsehalck sich geradezu erschlichen habe 1), M Mit'demselben Ausdruck bezeichnet© die christliche Censurkommission in Prag Gottschalcks Verhalten, weil er in den! 1710 eingereichten Privileg-

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