Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zum Jubiläum des ersten Talmuddrucks in Deutschland
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829713-2829718-2881118--28516-2881167- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
!82 Zum Jubiläum des ersten Talmuddrueks in Deutschland. P. S. Sic bereits geötucffce 20. Sogen beliebe bfyl auf bei! s$0f$i0agcn, recto anfjao fenben unter meiner aurcsso, auf Sieipjig weis mdjfc gewiß, baß biefe SÄcßc fonnnen!an, fo wirb mix M)l adresse geben wie idj an ihm «ad; Seipjig fc^reibcn ran Du novo adieu. Herren §1 Michell Gott.schalick Professor unb 83uC§־> bntcfcT, 3• in Sxandjurt an ber Ober Franco Haiberst. Den Plan, durch einen rabbinisehen Hann .sinne Wider״ sueher omzuHchüchtern, musste Gottsclialck zunächst als ge״ scheitert betrachten. Um so sehnsüchtiger sah er dafür der kaiserlichen Antwort entgegen; doch auch diese Uoilhimg liess ihn im Stich. Zwar bestätigt('. Kaiser Karl VL. ihm das Privilegium vom •Jahre 1710, aber dabei blieb es auch. Als endlich nach langem Harren die Antwort aus Wien eintraf, enthielt sie nichts als den vom 12. Februar 1715 datierten kurzen Vermerk zu seinem eiligereichten Gesueh: ״Man lässet es bey dem deutlichen Inhalt des Privilegii impressorii bewenden, das obige Regehren hat nicht statt.“ Aber Gottsclialck war nicht der Mann, der die Hoffnnng, doch noch zu seinem Rechte zu kommen. so schnell iiufgegcbe.11 hätte. Er las sich auch aus dieser Antwort nur das Gute heraus, nomlieh die erneute kaiserlich(‘ Bestätigung seines Privilegs *), und war entschlossen, bei der ersten Gelegenheit von seinem Schein ernstlichen Gebrauch zu machen. Er brauchte nicht erst lange auf diese Gelegenheit zu warte« 1 Unbekümmert um all die Schritte, die Gottsclialck unternahm, hatte nämlich R. Loeb im Laufe des Jahres 1714 den ersten Talmudhand, den Traktat Berachot enthaltend, in Amsterdam fertig steilem, und ebenso unbekümmert hatte ihn auch R. S. Schotten über die deutsche Grenze schaffen und zum Vertrieb an die Pränumeranten und an andere Käufer für die Ostermesse 1715 nach Leipzig bringen lassen. R. Samuel Schotten war nicht selbst zur Abwicklung dieses Geschäftes auf der Messe erschienen, sondern hatte seinen Sohn Moses, der mit anderen Waaren handelte, damit beauftragt. Dieser hatte ,seine Wohnung im Hause des Wag־* ners Augustin Hey de in der Nikolaistrasse aufgeschlagen — l) Er setzte sogar das Datum mit auf das Titelblatt des ersten Bandes seiner Ausgabe (s. Cat. Boäl. Ko. 1413), freilich ohne Näheres über den Inhalt anzugoboa. Wie dasselbe Titelblatt erwähnt, hatte er 1714 auch eine Neubestätigang seines brandenburgischen Privilegs erhalten; doch fehlt merkwürdigerweise das nähere D&tnxn daselbst.