Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die italienische Litteratur der Juden
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 5)
- Language
- German
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160 Die italienische Litte ratur 041*1־ .luden sieh die Kabbala zu einer p r a k t i s e 11 e n (בלה מע״סיה"), welche sich dem Wesen nach wohl für alt ausgeben durfte, wenn auch nicht allgemeine Kegeln sieh tbrterbteii und die einzelnen Mittel als internationales Gut Inn*- und hingetragen wurden, ohne, als Schmuggel erkannt und perhorrescirt zu werden. Wir betreten hiermit das weite Gebiet des Aber־ glaube ns, der in Unkenntuiss oder in Verkennung der Naturgesetze,!inbegriffene Erseheinungen in der Körperweit auf eine verborgene Kraft (סגולה, arnb. Khassa) oder auf unkörperliche Facto re n zurückführt, di(1! man in vorsehiodenen Ländern und Zeiten sich verschiedenartig vorsteilen konnte, ohne thatsüeldich widerlegt zu werden, und die man jetzt mit dem allgemeinen Namen Dnemonen hezeichnet, worunter inan auch Eng(;] und Teufel begreift. Die Einwirkung auf derartige Kräfte und Wesen ist die, nach ihren alten Vertretern (Mager, später Magier) benannte ]Magie. Der Kegriff der speeifischen, ״inagiseheiD Kraft, für welche mau allerlei Namen erfunden hat, ist ein abstraeter, also jüngerer, der auch in die strengere Wissenschaft eindrang. Die Daemonologde ist höchst wahrscheinlich älter als jede schriftliche Bezeichnung ihrer Begriffe. Sie mag Tochter, oder Sehwester, oder gar Mutter der Mythologie sein: sie ist jedenfalls h eidnis e 11 en Ursprungs und sollte schon ידצום דרסי האמורי principiell dem «ludenthum fernbleibcn י); allein der Aberglauben ist selbst der mächtigste aller bösen Dümonc und zur Zeit des 2. Tempels war er aus Babylon und Persien eingedrungeu. Eine gründliche vergleichende Belehrung über das Zauber- und Beschwörungswesen in Palastina und anderswo bietet F. O. Conyhe-are’s Artikel Dctnonolofjy of Hw Seiv Testament^׳ im Jcw. (Juart. Jiev. VIII, 576, XX, 09, 444, 581. Der Verf. bedauert, den Talmud nur in seeundüren Quollen benutzen zu können: die beste Zusammenstellung, G. B re eher’s das Transscendentale, ]Magie u. s. w. ( Wien 1850, vgl. ZDMG. V, 274) und die auf BrecheFs Material fassende Abhandl. A. Kohut’s über Augelologie u. Daemonologie (Abhandl. für die Kund(* d. Morgenl. 1866), weiche die Grundideen und Parallelen i־m Parsismus nach weist, wie später Darmesteter solche im Christen thum fand l) In dem vielgenannten Indien ist noch heute die Dlimonophobie eine allgemein herrschende Krankheit, Der Diimonenoultus ist nicht geringer als der Güttercultus (Monier Williams, Keligions thougt and lifo in India, p. 210 u,!>. 230 das ganze Ka!>itol IX).