Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zum Jubiläum des ersten Talmuddrucks in Deutschland
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829713-2829717-2881053--28465-2881107- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Zum Jubiläum des erster! Talmuddrucks in Deutschland.!41 (laiiKT Druck sammeln liess, war David (>ppenheim in Lei!» zig־ anwesend; in einem der Messverzeiclmisse, die zur Kontrole über die anwesenden Juden geführt werden sollten» findet sieh ausdrücklich vermerkt (Datum‘. 28. April 1714): ..David Oppenheimer, Ober-Kabine in Trag mit 4 Personen, hat einen alten Pass, der noch nicht zum Vorschein gekommen1)!“ Trotz des noch nicht zum Vorschein gekommenen alten Passes wurde ahoi׳ der Anwesenheit des wohlbekannten Mannes nichts in den Weg gelegt'2), und so konnte denn Ooffschalck die gute Gelegenheit benutzen, ihn für alle seine Pläne zu erwärmen Die gediegenen Unterhandlungen hatten wenigstens in einer Beziehung Krfolg. in seiner bekannten Liebhaberei für besonders kostbare Druekabziige auf Pergament und Farbenpapier:1) bestellte Oppenheim bei Gottschalek solche Abzüge der neuen Talmudausgabe, falls die Probebogen nach Wunsch ausiallen würden An diese müudliehcu Verhandlungen knüpfte sieh dann .ein ]Briefwechsel zwischen den beiden Männern, der schon deshalb von Interesse ist,, weil er zeigt , wie der Prager Oberrabbiner den verschnür־ kelten deutschen Briefstil seiner Zeit nicht minder geschickt handhabte wie den gleichgearteten rabbinischen; die 1 »riefe greifen aber auch in die Ereignisse ein, um die es sich für uns handelt. Die Nachrichten von der Iiumgrifthahaie des Drucks zu Amsterdam hatten, wie erwähnt, Gottschalek dazu gebracht, gleichfalls schleunigst den Talmuddruek zu eröffnen; er wandte sich deshalb alsbald an Oppenheim, der noch zu Hanliovcr weilte, und hat um sofortige Übersendung des Pergmnents für die Probeabdrüeke. Oppenheim kam umgehend, diesem Wunsche nach und schrieb am 40. Juni 1714 an den Buchdrucker: Monsieur 2h freunbf Shttnmrfcf) befien fc§r geliebte# bienet, ba{3 id) feilte über Öraunfqjweig auf ben ^ofttnagen ג) Archiv der Stadt Leipzig, Sign. LI, 4. ף Oft machten auch die Bachurim auf ihren -Wanderungen von und. nach den berühmten Talmudschulen Deutschlands, Polens und Böhmens in Leipzig Station während der Messzeit. So waren nach dem Messvcrzeichnissdes Jahres 1707 sechs jüdische Studenten anwesend, die teils nach Prag, teils nach Halberstadt reisen wollten und für die Aufenthaltserlaubnis je 3 Thaler zahlen mussten, 3) Schudt, a. a. 0. Bd. I, S. 582: Bd. IV, III. Continuation, S. 154 f.; Zunz, z. Gesch. u. Liter., S. 235. H.B. V, 79.