Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zum Jubiläum des ersten Talmuddrucks in Deutschland
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 7)
- Language
- German
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140 Zum •Jubiläum dos ersten Talmuddrucks in Deutschland. weilte ״rracL* in den־ Vaterstadt seiner Frau, in Hannover. Zu ihm, der keine noch so ״rossen Kosten scheute ]), wenn es galt, durch Anschaffung von Büchern und Handschriften aus allen Weltgegenden seine berühmte Bibliothek zu vervollständigen י hatten natürlich alle Buchdrucker und Buch- Ländler die engstem, zumeist sogar persönliche Beziehungen. Auf der Leipziger Messe, auf der sich selten seit dein Jahre 1700 die grossem Buchhändlerniessen eingebürgert hatten2), war auch David Oppenheim ein }läufiger Gast, zumal die Stadt ohnedies auf der .Reiseroute von Böhmen nach dem Westen und Norden Deutschlands lag:{), Gerade zu jener ereignisvoilen Ostermesse des Jahres 1714, als Schotten vor den Augen Gottschalcks Vorbestellungen für den Amster- נ) Schmlt, a. a. 0. Bd. 1. S.;)82. *) S. Funke, die Leipziger Messen (Lpzg. L8R7), 8. 49. aj In Leipzig starb auch auf der Durchreise von Nikolsburg nach Hannover eia Schwager David Oppenheims, ein Sohn des hannöversehen Hoiageuttm Leftmann Bohrens, Namens Moses Jakob, am 10. Januar 1(>97 (28. Tobet, -so das Datum nach den Akten und dem Grabstein); s. über ihn Kaufmann, Samson Werthoimer, S. 8<>; ders. Tjrkundl. aus dem Leben Samson Wertheimers, S. 22; ders. Memoiren der Glückei von Hameln, S. 184 u. 224. Da in Leipzig keine Juden wohnen und selbst die während der Messe verstorbenen dort nicht begraben werden durften (in einen! Schreiben des Dates der Stadt heisst es hierüber: ״Als ungläubigen und Schändern unsers alleinseligmachenden christlichen Glaubens vermochten wir ihnen Keinen ehrlichen Or.t zum Begräbnis zu verstauten “g so wurden die Leichen zumeist nach dem am nächst gelegenen Begräbnisplatz der hiesigen Gemeinde Dessau verbracht; selbst für die Erlaubnis, die Leichen ahfüliron zu dürfen, musste eine Abgabe gezahlt werden. Der Leichnam des Moses Jakob Behrens durfte frei abgeführt werden, da Berend Lehmann einen Froipass von dem Kurfürsten erwirkt hatte; nichtsdestoweniger hezahlten die Juden freiwillig nachher hierfür 24 Thaler an den Kat (Archiv der Stadt Leipzig, Sign. LL 87.) Am andern Tage wurde Moses Jakob in Dessau begraben; sein Grabstein (No. 30) rühmt sein Interesse für die Wissenschaft, seine Frömmigkeit und seine ausserordentlich0 Wohlthütigkeit. — Von der UÜberführung des während der Leipziger Messe vorstorbeuen Mendel Spoior aus Frankfurt nach Dessau erzählt Glückei von Hameln (a. a. 0. S. 177); er war der Sohn des Frankfurter Dajjan R. Michael b. Isaak Spoior und starb (nach den Akten) in der Nacht vom 22./23. Mai 1(>85 & St, während sein Grabstein (No. 112) und das Frankfurter Memorbueh als Todestag den 1. Siwan 24. Mai a. St. bezeichnen. Für die Erlaubnis die Leiche fortbringen zu dürfen und zwar ״ohne alle Coremonion‘4, musste sein Schwiegervater Moses Nathan aus Hamburg dem Hat 140 Thaler zahlen, Moses Nathan hatte Spielleute holen lassen, welche dem Kranken, ״der gar heftig baaute und ihm der Tod schon anzusehen gewesen, ein bis zwei Stücklein Vorspielen mussten, denn manchrnahi kämen solche Leute durch die Mobile zur Ruhe״! — Das Grab der Gattin R. Meier Poris, dio nach dem Stammbaum des R. Eloasar Fleckoles (s. Kaufmann, in dieser Monatsschrift, 37. Jahrg. (1893), S. 384 u. 389) 1745 in Dessau begraben wurde, ist nicht mehr aafznfinden.