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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1898-01-01 · Heft 3 · p. Seite 136

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
42 (1898)
Issue
Heft 3
Article
Zum Jubiläum des ersten Talmuddrucks in Deutschland
Date
1898-01-01
Page
Seite 136 (sequence 3)
Language
German
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136 Jubiläum des ersten Talmuddruoks in Deutschland. keit und keinem .Hedenke.11 zurück. Freilich waren sie. seit der GottschalckscheiiPrivilegvcröÜcutlichung etwas vorsichtiger geworden; R. Loch, der die Leitung des Drucks übernehmen wollte, richtete sogar erst ein Bittgesuch um G(* *Währung eines eigeuen Privilegs an die kaiserliche Regierung in Wien1). Aber die, Antwort, täglich erwartet, blieb aus; das Jahr 1713 ging hin, ohne dass ein Bescheid zurückgekonuuen war. Da riss dem eifrigen, erregten Gelehrten die Geduld. An tunen Druck innerhalb der Grenzen des kaiserlichen Leiches war freilich unter soleheu Umständen nicht zu denken; aber es gab ja auch ausserhalb der Keichsgrenzen bedeutende, weit besser arbeitende, jüdische Druckereien. Da war vor allem Amsterdam, wo die letzte Talmudausgahe vor der Baormamisohon erschienen war. Dorthin begab sieh i\. Loeb. Im Hause eines Verwandten, des Vorstehers Ahron Pollack, fand er freundliche Aufnahme und Unterstützung, und das Jahr 1714 war noch nicht zu Ende gegangen, als bereits der erste Band seiner neuen TnJmudausgäbe vorlag, dem in den folgenden Jahren bis 1717 noch eine Keine anderer folgte'־). l.)ie Pläne, die. li. Loeb für diese. Edition gehegt, konnte, er allerdings nicht sümnitlich zur Ausführung bringen; immerhin ■ stand sie auf einer Höhe, die a'iie. bisherigen Ausgaben weit unter sieh iiess. Die kniserlic.be 3>ruekerlaubniss fehlte gleichfalls immer noch, und mancher angesehene Rabbiner, selbst derjenige aus Frankfurt, hatte aus diesem Grunde wohl mit seiner Approbation zurückgehaltenr>). Aber es mangelte weder an rabbinischen Nachdruekverboten für zwanzig Jahre hinaus, noch au einem förmlichen Privileg‘); denu Bereud Lehmann hatte bereifwilligst auf das Seinige zu Gunsten des neuen Drucks verzichtet, was der Herausgeber ausdrücklich aut dem Titelblafcte jedes Bandes mit tiefstem Dank bezeugt, damit ihm —־ natürlieh ein Seitenhieb auf Gottschalek — ja kein Ankläger und Spion etwas anhaben könne5). Den Vertrieb der Exemplare *) S. Epilog E. Loebs zu Elia b. Chajims אבזרי שפר Frankfurt 1713, ף Vgl. über diese Ausgabe Rabbinovicz, a. a. 0. S. 88 f. wo jedoch das Historische nach unserer Darstellung zu ergänzen, resp. zu berichtigen ist. *) S. Kabbinoviez, S. 93 Anm. קרב; ich vermisse besonders auch David Oppenheim, der die erste Baernumnscke Ausgabe mit approbirfc und für diese jetzt seine Bibliothek zur Verfügung gestellt hatte. R. Loeb druckt einfach: ״con Previlegio“, nicht mit kaiserlichem oder fürstlichem Privileg. &) Das von Rabbinovicz zitirte (S. 93) אע״ג דאיהו רא הזי סזריד. ח;י trifft also nicht zu. R. Loeb musste sich übrigens gefallen lassen, dass mau sein© Privilegien ebensowenig beachtete, wie er diejenigen Gottschalcks;

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