Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zum Jubiläum des ersten Talmuddrucks in Deutschland
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 4)
- Language
- German
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Zum Jubiläum dos ersten Tahmiddrucks in Deutschland. 137 hatte H. Samuel Schotten übernommen; uueli ilun hatte Beremi Lehmann ausdrücklich auf Gnmd!seines von ihm behaupteten Privilegs die Erlaubnis* zum Verkauf gegeben, und gestützt auf dieselbe hatte Schotten bereits auf der Leipziger Ostermesse des Jahves 1714 Vorausbestellungen für die im Druck befindliche. Ausgabe entgegennohmen lassen. Wie notlnvendig ihr Erscheinen war, beweist die Thntsaehe, dass damals allein über 400 Personen sich als Priimuneranten einzoichneten. Die Nachriebt von dem!»(‘ginn des Amsterdamer Drucks und den zahlreichen Bestellungen versetzte natürlich Michael Gottsclialk in die grösste Erregung. Indessen bewirkte sie auch ein Gutes, Gottsehalk selbst begann nämlich sofort und schiennigstmit seinem eigenen Tahnuddruck, um se.inem (loucurrtmten die. Spitz(.־! bieten zu können. Er hatte ihn bisher aus Mangel au den nöthigeu Geldmitteln immer wieder hinuussehieben müssen1); jetzt aber war es ihm gelungen, den bekannten ]Je rl in er ]Jueluiruekbesifzer, den Oberhofprrdiger Jabionski, als Thcilnehmer zu gewinnen, und um den Amsterdamern möglichst schnell nachzukommen, wurde' vereinbart, dass die Arbeit zwischen der Berliner und (hu־ Frankfurter Fresse getludlt werden sollte'2). Ebenso schnell suchte Gottschaick Pränumeranteu auch für seinen Talumd zusuimnenznbringen. und selbst das gelang ihm rasch bei dem notorischen Mangel anKxemphiren. Unter andern! schloss er am 17. August, noch dess. Rabbinovicz. S. 94. Der von seinem Schwiegervater augedrokto Bann, dessen Grund Rabbinovicz (das. Antn. .קדר) nicht finden kann, bezieht sich vielleicht auf die "Wilmersdorfer Druckerei, die (s* S• 138) mit Gottschaick. nicht mit R, Loeb Taimudbestellungen abschloss und später selber einzelne Talmudtraktatü nach dev Frankfurter Ausgabe herausgab: z. B Makkot 171(5, Sukkofc 1717 tragen ausdrücklich den Vermerk: nach dom Druck zu Fl', a. 0. 1) S. R. Naphtali Cohns Approbation zu dieser Ausgabe. 2) S. die Approbation des R. Jechiel Michel-Berlin vor dem Traktat Erubin 1716. Also nicht, wie König, Annalen u. s. w., S. 227, als ob Jabionski allein den Druck besorgt hätte; aber auch nicht wie Stein- Schneider, hebr. Drucke in Dtschld. u. s. w. a. a. 0., der in der Abtheilung Berlin diese Ausgabe gar nicht erwähnt, obwohl thatsächlich ein Theil der Bände in Berlin gedruckt worden ist. So trägt z. B. das dom Traktat Krubin 1716 angehängte Mischnajot zu Seder Moed mit dem Kommentar des Maimonides ausdrücklich den. Vermerk: gedruckt im Hause von Baruch Buchbin der. Ebenso zeichnet sich am Schlüsse des Traktats A rachin 1722 als Setzer: Ahron b. Ella aus Hamburg, jetzt hier in Berlin beschäftigt, und am Ende des Seder Teharot 1722 bemerken gleichfalls die sämmtlichen Setzer, dass sie jetzt hier in Berlin in Arbeit ständen. Näheres s. weiter in der hibliogr. Beschreibung der Ausgabe. — Auffällig ist übrigens, dass auf keinem einzigen Titelblatt der Name Jabionskis, sondern immer nur der Gottschalcks erwähnt wird.