Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Religionsphilosophie Abraham Ibn Esra's
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 3)
- Language
- German
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110 Die Religioüsphiiosophie Abraham Ibn Esr.Vs. Frage der Theodicee über die Zulassung der üebel wird you IE zusammen mit der Frage der Zulassung des Bösen in den niensehlichen Handlungen behandelt, muss also bis zur allgern. Ethik liier aufgeschoben worden, e) Neben der natürlichen und der sittlichen Weltordnung giebt es nun noch drittens ein wunderbares Eingreifen Cr ottes in den Gang der Natur. Es verbindet sich grösstentheils mit dem Prophetetithum und tritt in kürzeren oder längeren Widerstreit mit den Naturgesetzen. Es geschehn Z eie b en u n d Wunder in der Führung des Volkes Israel, und die Propheten vermögen durch Zurückziehung aus dem Leben und ekstatische Einigung ihres Geistes mit Gott Zeichen zu üben und Wunder zu schaffen1). Diese Schöpferkraft göttih-hcr Allmacht wird durch den Gottesnamen .יהוד bezeichnet־), inwiefern derselbe nicht als Eigenname (״der ■Seiende“) allein, sondern zugleich als Appelativ in der Bedeutung eines Dase.inschaffcnden für alles Seiende (מהוה כל oder .מהוה כל הוד הנמצאות) gefasst wird. In der angegebenen Verfassung und Stimmung bedarf der Mensch (משולש) der Vermittelung der Engel (שניים) nicht mehr. Sein Geist, der aus ־ der Engelwelt stammt (ein Theil der Weltseele ist), tritt in solchem Zustände in gleiche Reihe mit den Engeln (intelligibeln Substanzen) und ist so über Sterne und Naturgesetz erhaben; Excurs des gangb. Co mm. zu 2. Mos. 3, 15 und des kürzeren zu 2. Mos 3, 13, S. 10 cd. Prag. — Vgl. weiter unten. Doch hat IE sich über die biblischen Wunder an vorschiedenen Stellen ganz bestimmt u. vielseitig ausgesprochen, weshalb eine besondere Rubrik dafür sich empfiehlt. 5. Die Wunder. a) Abraham Ibn Esra bekämpft gerade zu Gunsten des gläubigen Standpunktes jede Uebertreibimg oder Vormehnmg der erzählten biblischen Wunder, So erklärt er 1 ונבלה שם שפתם. Mos. 11, 7, im gangb. Comm., abweichend von der Agadah, auf natürliche Weise. Ebenso bekämpft er zu 1. Mos. 46, 27 die agadisehe Auskunft des babyl. Talmud. (Bnb. batr. 120a. 123b; Sot. 12a) יוכבד גילדה בין ההומות und die daran geschlossene Weiterführung dieser Annahme durch die Festdichter mit vielem Nachdruck. Im kürzern Comm. zu 2 וחשקים. Mos. 13, 18, S. 30 ed Prag, sagt er: ודרש שעלו י) Vgl. au 4, Mob. 20, 8. *> Vgl. au 2, Mos 3, 13 אחך; Kusari II 2 S. 90, 911 Cassel.