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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1898-01-01 · Heft 2 · p. Seite 92

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
42 (1898)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1898-01-01
Page
Seite 92 (sequence 3)
Language
German
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92 Besprechungen. sind. Grundfalsch ist die Behauptung (p. 7); ״dass man die urspningliche Verseintoilung nicht genau kannte, weshalb auch die baby- Ionischen .luden die Verso anders zählten als die palästinensischen (bab. Kidd, 30 b)“. An der angezogenen Stelle ist von einer versehiedenen Vorseintheilung in Babylonien und Palästina gar nicht dio Hede, es wird bloss in einer 1»isputu tion a!:gelehnt, die Vursmitto des Pontateuchs durch Auszählung fcstziistellen, da dio Babylonier sich in diesem Punkto nicht für competent hielten. Für die DDlbrenz zwischen den beiden■ Ländern wird bloss ein Beispiel namhaft gemacht, Exod. 18,9 welchen Vers die Palästinenser in drei theilten. Aus Kiddusehin 80a (nicht b) folgt bloss, dass die Babylonier mit den Palästinensern nicht in der Versabtheilimg aller 0845 Verse des Pentateuchs übereingestimmt 3 iahen*, über keineswegs, dass sie eine andere Verseintkeilung hatten. VieLmehr wird das Gegentheii durch alle Stellen, an denen von Verszahlon etc. dio Kode ist, bewiesen. Falsch ist auch, was Verf. über diesen Punkt Seite 12 verträgt: ״Die Verseintheilung. welche die Massoreton einführten, ist weder die babylonische noch die palästinische, sondern eine dritte, die dio Massoreteu, wie es scheint, selbst festgestellt haben'‘. Line Vergleichung der noch vorhandenen Angaben beweist das gerade <40gentheil, wie J. Qu. U. IX, 471 ff. nachgewiesen ist. Auf die Geschichte des Bibcltextes des AT. folgt diejenige des NT״, welche mau nicht ungelesen lassen wolle. Man wird erst aus dieser Geschichte das Verdienst der Juden um dio unveränderte Erhaltung ihrer Bibel nach Gebühr schätzen lernen und von der ,,buchstäblichen Genauigkeit eines K. ‘Akiba•* eine von der gegenwärtig verbreiteten richtigere Meinung bekommen. Auch sonst findet der jüdische Theologe in diesem. Artikel Vieles, was ihm in seinen biblischen und fcalmudischeu .Studien förderlich sein kaum Von den Uebersetzungen ist die Septuaginta als die wichtigste vorangestollt und am ausführlichsten behandelt (62 - 82), während die anderen altgriochischea ücbertragungen ganz kurz abgethan werden {Aquila und Symmachus 82 — 83). Woher der legendarische Name LXXV den der Aristeasbrief mit den 12x6 Uebersotzern erklären wollte, ist nicht ermittelt. Manche denken an die ,Zahl der Synheüriaimivgiiodor, andere an die 70 Aeltesteu Ex, 24,11, was im Grunde ge- ־;lounneu dasselbe ist. Es ist jedoch nicht ein/.usohen, welche innere Beziehung zwischen den biblischen Aoltesten oder dom Synhedriou und den 70 Dolmetschern der Bibel obwalten soll? Ich gestatte mir die folgende Vormutliung. Nach den Anschauungen der jüdischen Tradition ist die Tora in 70 Sprachen gegeben worden, d. 11. in der Sprache eines jeden Volkes, denn nach Genesis c. 10 nahm man an, es existirten bloss* 70 Völker (Näheres in Zur Einleitung fl 4, besonders Seite 98). Diese Anschauung spiegolt dio Thatsache wieder, dass es in allen bekannten Sprachen Bibolvorsioneo gab. Es existlrton demnach 70״" Ueborsotzungen und diesen entsprochen(! 70 Üobersetzer, denn dio Alten führten jede grössere» That auf eine Person zurück. Da die aloxauurinischc Uebersetzung in der intor• nationalen, von allen Ilellonisteu verstandenen Sprache abgefasst war, übertrug man dio Ansicht von den 70 Vorteilten auf diese allbekannte Version, Nach dieser Annahme wäre es verständlich, wie die Zahl 70 mit der griechischen Bibel in Beziehung gesetzt wurde. Im Zusammenhang mit den 70 Völkern und 70 Sprachen steht nicht nur die Frage der im Aitorihum vorhanden gewesenen Versionen, sondern auch die andere, viel wichtigere, x die noch existirenden alten orientalischen Uebersetzungen jüdischen oder christlichen Ursprungs seiend Ich habe in der angeführten Schrift aus

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