Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen, 91 Zeit. Talmud und Midrasch sprechen mehrmals von רא־ש פסוק. aber meines Wissens nie von סוף פסוק, worauf ich in Jewish Duarterly Iteviow VIII aufmerksam gemacht habe. Es wäre ganz, unbegreiflich, wie ein Doppelpunkt aus einem Funkt entstehen soll, der nach Ausweis der Thatsachen schon vor einem Jahrtausend verschwunden ist. ־— An derselben Stelle behauptet Buhl:' ״ja die jüdische Texttradition selbst führt einzelne Stollen an, in welchen man die Worttrennung als unschön hetrachtete1‘. Eine solche Toxttradition ist mir nicht bekannt, und ich will mich nicht in massige Vormuthrmgen darüber eiulassen, welche masorotische Bemerkung dem Vorf. vorgcschwobt haben mag. Die Ausführungen des Herrn Prof. Buhl über die allmählich(' Verdrängung der althebräischen Schrift durch <1 io aramäische sind sehr richtig. Sicher ist, dass die Quadratschrift nicht aus der erstoren, sondern ans der letzteren sich entwickelt hat. Da Yerf. dies annimmt, ist nicht klar, was mit dem ״längeren Umbildungsproceas der Schläft“ gemeint ist, und warum die Annahme ״eine)• förmlichen Umschreibung der Bücher aus der alten in die neue Schrift als eine undenkbare xurückzu weisen“ sein soll? (p. 4), Wohl werden nicht alle alten Exemplare vernichtet• worden sein , auch die Anwendung der aramäischen Charaktere nicht auf einmal allgemein üblich geworden sein, aber eine Umschreibung in die neue aramäische Schrift muss ja auf alle Fülle angenommen werden, wenn die Duadraschrift aus der althebräischen nicht abgeleitet werden kann. Bei der Amminne eines ״längeren Umbildungsproecsses“ wäre cs ferner auffallend, warum dieser Umbildung.sproeess bei den Samaritanern nicht stattgofunden hat■? Die Fassung des fraglichen Satzes scheint etwas unklar zu sein, du. er mit der vom Verf. gegebenen richtigen Darstellung des EutwickeluugHganges in Widerspruch steht. Der Konsonantentext war nach dem Verf. schon in vortalmudischer Zeit, derselbe, der uns vorliegt. Aus jener Zeit mag Manches stammen, was heute in der Massora. mit jüngeren Elementen verwischt ist. Zulu ältesten toxtkritischen Apparat gehören die im Talmud und Midrasch erwähnten masoretischen Notizen. Vorf. nennt die 7 i kk u n e So f 0 r i m , Itture Sofcrim, die Punkta extraordi n aria, die Nun in voran <י und die dreierlei Kcre-Kethib (p. 17). Nach chronologischer Boilien folge wären an erster Stelle die puncta oxtraordinaria. und die Nun invorsae zu nennen gewesen. Statt Tikkuno Soferim .sagt man in diesem Zu״ ■sammenhauge genauer כגוי' סופדים (lüniinjo Sofcrim), denn die Benennung Tikkun Sofcrim kommt in Talmud gar nicht vor, während בגה הכתוב .sich schon in der Mochiltazu Exod. 10.7 (cd. Friodmanu, p. Hba; cd. Weiss. 40 b) findet (vgl. auch Dikduko p. 44; Masor. Untersuchungen 50). Ursprünglich dürfte man mir 11 ״Umschreibungen־‘ tradiert Imbon, ans denen im Laufe der Zeit 18 geworden sind (י"ךן י״א)• Statt des hebräischen ודא in קרי ולא גתיב und umgekehrt, wird präciser aramäisch לא■ vocalisirt. Unrichtig ist auch die Vocalisation הסריעים statt הכליעיס und פסוקי טעמים statt יפסקי falsch ist jedenfalls die Dagogchirung des p. Diese Punctiorungen finden sich schon bei Dill mann, lieber die Verseintheilung trägt Prof. Buhl die von Bappopovt, Cfrätz, Fi’iedmann und Anderen vertretene Meinung vor, welche in meinen masoretischen Studien (Jewish. Quartorly Ueviow IX, 485ff.) durch zahiroicho Belege aus der traditionellen Littoratur widerlegt worden