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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1898-01-01 · Heft 2 · p. Seite 81

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
42 (1898)
Issue
Heft 2
Article
Die italienische Litteratur der Juden
Date
1898-01-01
Page
Seite 81 (sequence 2)
Language
German
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Zum Jubiläum dos eisten Talmuddriicks in Deutschland. 81 ]!euren Koston1), wie die voraussichtlichen Censur- -) und lAiviiegschwierigkeiten mussten jeden Unternehmer abschrecken. 111 Frankfurt am Main, dem alten Sitze jüdischer Gelehrsamkeit und jüdischen Interesses, waren alle zur Verhandlung dieses Gegenstandes einherut'enen Versammhingen fruchtlos verlaufen. Die reichen und angesehenen Männer, die an der Spitze der polnischen Judenschaft standen, waren gleichfalls über Kiugcworte nicht hinausgekommen; ja sogar der sonst so hilfsbereite Samson AVertheim er in Wien hatte seine Beteiligung abgelehnt 3j. Einmal musste aber der Gedanke zur Ausführung kommen, und es war natürlich, dass sieh immer wieder die Blicke der Interessenten, darunter nicht in letzter Reihe der Buchdruckereibesitzer, ihm zuwandten. Zu diesen gehörte auch der Inhaber des jüdischen Buch־ drucks in Frankfurt an der Oder, der vielgelehrt(' Universitiitsprofessor D. Johann Christoph Beemann!) und der Buchhändler und Buchbinder M i e 11 a 0 l G ottse ha 1 ck• dortselbst, der letztere anfangs der technische und geschäftliche Beirat Becmanns, dann sein Nachfolger im Druckbesitz. Ihnen trat der Plan einer neuen Talmudausgahe ganz!)(1sonders verlockend entgegen. Die Nahe der polnischen Absatzgebiet(1, die Leiehtigkeit des Vortriebs auf den Messen in Frankfurt selbst und im nahen Leipzig und die von ihnen, als solch״ angesehenen, christlichen Männern, ohne jede Schwierigkeit zu erlangende Druckerlaubnis: das alles zog fast gewaltsam zur Ausführung dieses Planes hin. Noch dazu hofften sie bestimmt, dass, wenn erst, einmal das Werk in Angriff genommen war, auch der nötige Gönner aus dem Kreise opferwilligen jüdischen Reichtums sich finden werde1.. Fast schien es freilich, als ob die Druckerei in Sulz hach den Frankfurtern den Rang ablaufen wollte, als sie im Jahre 1694 begann, mehrere Traktate der letzten Amsterdam er Ausgabe naehzudrucken ■’״). Abe r es kam nicht zur 1) Zadok ־b. Ascher Wahl klagt in der Schrift 'שקודי ה Amsterdam lßg9—90, dass allein schon die Papierpreiso infolge der Kriegsun ruhen unerschwinglich hoch seien. Dazu kamen noch die teuren Arbeitskräfte, Zölle, Transportkosten u. 's. w. 2) Die staatlichen Privilegien lauten immer nur auf angebliche Nachdrucke der censierten Baseler Ausgabe. ״) Auerbach, Gosch, der isr. Gemeinde Halberstadt, S. 59. Kaufmann, ■Samson Weytheimer, dev Oberhoffaktor und Landosrabbinor. S. 62. 4) Ueber ihn s. .Alig. Deutsche Biogr. Bd. 2. S. 240, wo aber seine *Thätigkeit als Drackereibesitzer völlig übergangen ist. ö) Bez, dieser und aller folgenden hier zu besprechenden Talmudaus- Monatsschrift. 42. Jahrgang. ß

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