Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die italienische Litteratur der Juden
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 3)
- Language
- German
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76 Die italienische Littoratur de! Jaden. F<׳itcl Stern, <101• in einem, den Spott provocircudon und er־ ledditernden Jargon ^•ni einen Vertreter des gelben Judenj-.-ules sieht. Wenn ich mieh recht erinnere, bemerkt Phobus .vus Metz in seiner hebräischen Grammatik den deutschen Glaubensgenossen: ,,Unsere!»rüder, die ״Portugiesen“, lernen ihre profane Sprache grammatisch, daher auch die heilige“. Ks wird nachgerade Mode unter unseren Epigonen, auf die tu'sten (,ulturkäuipte in Deutschland vornehm herabzuseben mal wo möglich ihre Vormänner zu verunglimpfen. Kein Wunder! Was damals an einem unbegrenzten Conservatismus s! b zerarbeitotü 1), ist jetzt Eigenthum jedes deutschen Schulki udes geworden. Es bringt auch keinen grossen Ruhm mehr ein, ..Jisr-oeil־■ zu schreiben; auch der orthodoxe Rabbiner hört sich gern ״Geistlicher“ nennen und trägt Baffehen, unbekümmert um ::הגיי r'y'n Das Jüdischdeutsche ist bei uns nicht mein* eine praktische, sondern eine h i s 10 r isc h - ph E lo 1 ogi sc h e Frage, und schon die ersten Gelehrten, die sich damit Lesehäftigten, gehen in einem sehr wichtigen Punkte ausein־ ander. Xunz legt Gewicht auf die Areitaismen, nach Jost Art. Judendeutsch in Krscli u Gruher, S. 323) zu viel Gewicht, ln der Timt scheint das Deutsch der Juden im XV- Jahrh., z. B. in . den Sittenschriiten, wie ס׳ הגן und ~D'£r. ס׳, sich nur durch die Umschreibung in hebräischen Buclistabcn und durch hebräische Wörter, die sich wie Fremdwörter abhoben, vo:.i damaligem Deutsch zu unterseücidcn, die Prosa sogar theilweise zürn Vorthei!. Das Hcrabsinkon zu einem Jargon folgt der gewaltsamen Ab״ ־■■ehliespuug und der allgemeinen Rohheit, einer natürlichen . olg-e des dreissigjiihrigen Krieges. Die jüdisch-deutschen Schriften des XVI., XVII. und dies ersten Drittels des XVIII. Jahrh. sind nirgends so fei.:'lieh, fast vollständig, vertreten, als in der OppenhciiueFschen Sammlung der Bodleiana, wovon es bekanntlich < neu aken handschriftlichen Katalog in mehreren Exemplaren gieb'i.; einen solchen, Im Besitzt‘, von Xunz, konnte ich im .radalssohii’s Pentateuch u. dergl. unter die beliebte Rubrik: Jüdischdeutsch zu setzen! *! ich kann nicht umhin, hier eino churuktomtisirende Anekdote auzucev.en, welche vielleicht noch niemals durch den Druck bekannt ge- ״ot-aeuist. Mendelssohn bowirtheto einen Polen mit Kaöee, und da dieser rieht glauben will, dass es ״Sahne’*, nicht ״Sohne“ heisse: zeigt ihm VI. Ädeluug’a Wörterbuch, weiches damals als höchste Autorität galt. Der Polak aber antwortete: ,.Die ganze ,־ קהדדso>»t• Sohne, und ein גד -..gt Sahne; wer(d) ich wogen Sahne'.‘4 Se non e vero e bcu trovato.