Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Bari in der Pesiktha rabbathi
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 556 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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556 Bari in der IVsiktha rabbathi. dem fraglichen Stücke ausdrücklich ארץ ישראל genannt ist, wonach also Bari eine palästinische Stadt, sein muss. Die Vermuthung Bacher’s, א-“יין ישי־אל sei eine falsche Auflösung der Abbreviatur אי für א״טליא, hat keinen Schein von Hereclitigung, denn kein Sehreiber darf es seinen Lesern zu* muthen, dass sie in אי eben איהליא erkennen sollen, da das Wort ja z. B. ebensogut איספנדא Ilispania heissen kann1). Wenigstens hätte das Vorkommen eitler solchen Schreibweise erwiesen werden müssen. Wenn der Satz, wie Hachen• haben will, wirklich so gelautet hätte: גהה עליהם הקב״ד. ההד הבל איהליא — SO Wäre ja damit gesagt, dass Italien sieh von Gott einer besonderen Liebe zu erfreuen habe, aber das wird ein jüdischer Autor von dem Lande des נילביה הרשעה d<‘1m doch nicht gesagt haben. Haeher ist geneigt, dem Berichte in der IVsiktha rabbathi volle 1 iistoricitüt zu vindiciren; um das thun zu können, müsste erst erwiesen werden, dass Titus auf seiner Heimkehr nach Rom in der That die Stadt Bari berührt habe, was aber nicht nur unerwiesen ist, sondern allem widersprechen würde, was wir sonst von Titus’ Heimkehr wissen. Allerdings ist Haeher in der Lage, auf eine Nachschrift des Josippon zu verweisen, welche die Nachricht von der Besiedelung der apulisehen Städte durch die Juden unter Titus enthält‘2); allein diese iihrigens nielit gut verbürgte Nachrieht spricht ausdrücklich nur Von den Städtern Tarent und Otranto, während sie von Haid schweigt und nur im Allgemeinen die Städte von Apulien erwähnt.:■ wäre nun die italische Stadt Bari wirklieh der Schauplatz einer merkwürdigen Begebenheit unter Titus, so hätte sie auch jener andere Autor erwähnen müssen3). Bei dieser Lage der Dinge ist jene Nachricht im Josippon eher ein Widerspruch zu dem Berichte der IVsiktha rahhathi, als eine, Uebereinstimmung mit derselben. Verleitet von der Parallele, die er zu IVsiktha rabbathi in Josippon zu finden wähnte, behauptet Bacher ganz ohne Grund, dass auch IVsiktha rabbathi von einer Ansiedelung dm* Juden in Bari sprecht*; man sieht jedoch nicht ein, wieso die Bekleidung von nackten י) Mit mein• Wahrscheinlichkeit könnte man die Abbreviatur א״י für ארץ יון annehmen, was man dann in ארץ ישראל aufgelöst hätte. ״) Bei Neuhauer, Mediaeval Jewisli CbronicLes I, 190. H) Bacher führt. den Beweis, dass Bari in späterer Zeit minder bedeutend war. Nachdem aber der Tradition gemäss diese Stadt im Altorthum eine merkwürdige Rolle gespielt hat, so hätte sie der spätere Autor wegen der Tradition, die sich au sio knüpft, neunen müssen.