Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Bari in der Pesiktha rabbathi
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 555 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Bari in der Pesiktha luUbathi 555 tirten .luden die Rede wäre. Die Entstehung der Pesiktha rabhathi füllt, allerdings in eine späte Zeit: man wird aber unter den darin behandelten Theinaten kaum auch nur eines finden, welches die spate Zeit unbedingt verrüth. Dagegen kommt es allerdings vor, dass in der Pesiktha rabhathi der eine oder der andere Funkt in einer von den übrigen Quellen abweichenden Art behandelt, wird1): aber solche Krseheinungen sind eher geeignet dir Glaubwürdigkeit der Pesiktha rabhathi zu erhöhen, als den darin befindlichen Traditionsstoff zu disereditiren Zu den glaubwürdigen Erzähhingen, weicht* uns in der lYsikfha rabhathi überliefert sind, rechnen wir auch das Ereigniss von Ihiri. Gehört nun aber das Ereigniss, welches sich an die Stadt Dari knüpft, nicht zum alten Traditionsstoff, so ist die uatürliehe (■onseqiienz davon, dass der Compilator tun in seinen Tagen vorgetaIhmes Gesehclmiss vor Augen hat, und dann kann er nur auf einen Kriegszug der Byzantiner, der Araber oder der Corsaren angesjiielt haben. Diese Consequenz is von J. Levi auch richtig gczogt*n wordt*n. Allein Bacher hält באייי für die süditalische Stadt. Bari, setzt aber das Ereigniss selbst, dennoch in die Zeit des!Titus: wie erklärt er sieh nun die Erwähnung dieser Stadt im Rahmen einer 1111־ verhältnissmüssig älteren Tradition? Seihst wenn erwiesen wäre, dass der Compilator der Pesiktha rabhathi ein Italiener war, oder dass dieses!Midraschwerk in Italien entstanden ist, müsst(‘ man in der Erzählung einer alten Begebenheit soviel Gleichförmigkeit erwarten, dass die Stadt mit dem alten Namen Barium genannt werde, also hebräisch etwa!בארי. Zudem verkennt Bacher die Schwierigkeit nicht, dass das Ereigniss von Bari umgeben ist von der Erzählung anderer ähnlicher Ereignisse, welche Ainoräern des 3. Jahrhunderts mit.getheilt werden: und da sollte eben der eine Punkt, der sieh an Bari anleimt, einem grundverschiedenen Charakter haben? Eben diesem einen Punkt für ein Einschiebsel in ein älteres Stück anzusehen, geht doch wohl nicht an, und dass Jalkut zu Psalm 137 (§ 884) das Ercigniss von Bari mit, der vorherstehenden Erzählung nicht in Zusammenhang gebracht wäre, ist durchaus nicht, wahrzunehmen; ein organischer Zusammenhang fehlt ja auch in der Pesiktha. Was aber mit aller Entschiedenheit gegen die Hypothese von J. Levi und Bacher spricht, ist der Umstand, dass in *) Z. B. in Bezug auf Chanukka, 8. ibid. XXIX, 35.