Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Das Sendschreiben der Jerusalemer an die Juden in Ägypten in II Makkab. 1,11-2,18
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 551 (sequence 23)
- Language
- German
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Das Sendschreiben der Jerusalemer an die Juden in Aegypten 551 Judas dem Nehemias, wenn auch nur in einem Punkte, gleichgestellt wird, während stillschweigend, aber deutlich genug auch andere Berührungspunkte in den Vordergrund gerückt werden '). Doch muss nachdrücklich betont werden, dass der Coinpilator unmöglich mit dem Verfasser oder Epitomator des II. Makkabäerbuches identisch sein kann. Wohl sind ihnen eine Anzahl von charakteristischen Worten und Wendungen gemeinsam, aber, während ״die Sprache des Buches fast durchgängig rein ist, die Periodisirung grösstentheils leicht und fliessend, die Sätze und Satzgefüge gewöhnlieh durch xcä oder Bs an einander gereiht, der Stil gerundet, numerös, rhetorisirend“ (Grimm, Seite 6), ist beim Coinpilatorder Satzbau und das Satzgefüge sehr nachlässig und ohne die geringste Sorgfalt, und auch störende Wiederholungen finden sich oft. Abgesehen hiervon hat das Buch in der in Cap. 2, 19—32 gegebenen Vorrede des Epitomators seinen Anfang, und es kann vor derselben unmöglich Etwas gestanden haben. Die Reihe der Erzählungen ist vielmehr von einem Späteren, dem das Buch fertig vorlag und besonders zusagte, zusammengeftigt und als sehr gekünsteltes Empfehlung^־ schreiben demselben vorangestellt worden. Sondern wir die als fremd erkannten Bestandteile, die diese spätere Hand hier eingefügt hat, aus, so bleiben uns nur ganz wenige Sätze übrig, nämlich: 1, 11: ״Von Gott aus grossen Gefahren errettet, bringen wir ihm grossen Dank dar, wie die, die gegen den König kämpften*, 1, 18: Da wir im Monate Kislev, am 25. desselben die Tempelweihe feiern x) So zum Beispiel die ganze Tempel weihe. Doch dass auch die Dauer des Festes angedeutet werden sollte, halte ich nicht für wahr־ sclieinlich: denn da hätte der Coinpilator diesen Punkt an den biblischen Beispielen, die sich zur Betonung und Hervorkehrung desselben besonders eignen, sehr leicht und doch nachdrücklich hervortreten lassen können. Ich glaube auch nicht, dass die Bezeichnung des Festes als a^voTir^a in 1, 18 wegen der Dauer desselben gewählt wurde. Denn die Parallelstelle in II Makkab. 10, 6, auf die hierfür hingewiesen wird, legt nicht darauf das Hauptgewicht. Da heisst es nämlich: ״Mit Freuden feierten sie nach Art der Laubhütten ein Fest von 8 Tagen, - . . daher trugen sie Laubstäbe und schöne Zweige und"Pahnblätter und sangen Loblieder auf den, der zur Reinigung des Tempels Gedeihen gegeben hatte.“ Es ist hier deutlich gesagt, dass sich die Ähnlichkeit mit dem Laubhüttenfeste auf das Tragen der verschiedenen Laubstäbe bezog, und der Verfasser des Briefes wollte demnach, dass das Tempelweihfest in Aegypten auf diese Weise gefeiert werde, wie sie auch bei dem Einzuge des Makkabäers Simon in die Akra nach deren Eroberung in I Makkab. 13, 51 erwähnt wird.