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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 12 · p. Seite 550

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 12
Article
Das Sendschreiben der Jerusalemer an die Juden in Ägypten in II Makkab. 1,11-2,18
Date
1897-01-01
Page
Seite 550 (sequence 22)
Language
German
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550 £>as Sendschreiben der Jerusalemer an die Juden in Acgppten, empfehlen wollte; ebenso die von Keil vertretene Meinung*, dass hierin der Gedanke ausgedriickt sei, ״dass die Paläs tinenser trotz der Zerstreuung der heiligen Schriften in Folge des Von Antiochus Epiphanes erlassenen Edic-tcs, die heiligen Bücher der Juden zu vernichten, noch alle heiligen Schriften besässen und bereit wären, den Juden in Aegypten Exemplare zu überlassen“. Man bedenke, dass diese von den Wirren in Palästina nicht betroffen wurden und somit ihre Bibelab- Schriften keinen Schaden erlitten; hatten sie doch längst auch die Uebersetzung derselben in Händen, es hat somit keinen Sinn, ihnen diese Schriften anzubieten. Es müssen sonach solche gemeint sein, die sie noch nicht besässen, das heisst nichtbiblische. Andererseits habe]1 wir es hier ohne Zweifel mit einer Mittheilung aus alexandrinisch-hellenistischem Kreise zu th 1111־, und es können in Folge dessen nur solche Schriften gemeint sein, die der alexandrinische Jude seinen Landsleuten mit dem Hinweis darauf, dass sie aus Jerusalem stammen, empfehlen wollte. Und wie wir oben vermutheten, dass die Sammlung der Briefe der persischen Könige auf Nehemias zurückgeführt wurde, weil in ihr der letzte Brief an Nehemias gerichtet war oder von ihm sprach, so dürfen wir auch hier ein Werk vermutlien, dessen letzter Theil die Vorgänge unter Judas behandelte. Als solches, das nr.ch der eben gewonnenen Erkenntniss zugleich alexandrinisehen Ursprunges sein muss, ist uns nur das II. Makkabäerbuch bekannt, das die Geschichte mit dem Jahre 176 beginnt und bis 161, dem Tode Nikanor’s fortführt; und Nichts spricht dagegen, dass der Verfasser in Vers 14 dieses meint. Daraus würde folgen, dass dieser dein Buche ein Empfehlungsschreiben vorausschickt, und da würden wir erwarten, dass auch noch andere Spuren diese Absicht uns andeuten. Diese scheint mir, sich in der vom Compilator gewiss nicht ohne Wahl zusaminengestellten Erzählungen auszudrücken, indem die von Nehemias auf die Wirksamkeit Judas5 und die von Antiochus auf den zweiten Helden des Buches, Nikanor hinweist1). Damit stimmt nun überein, dass x) Was die Ermahnung Jeremias’ an die Exulanten betrifft, so soll dieselbe die Juden in Aegypten vor Anschluss an jede andere Gottes- Verehrung als die in Jerusalem warnen; übrigens entspricht sie dem Ahschnitte über die Mutter und ihre sieben Söhne in Kapitel 7. Die Legende über Jeremias ist vielleicht nur wegen der Bedeutung dieses Propheten für die Juden in Aegypten aufgenommen, vgl. auch II Makkab. 15, 18; oder 8011 sie auf Onias Hinweisen? Vgl. auch oben S. 536.

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