Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Das Sendschreiben der Jerusalemer an die Juden in Ägypten in II Makkab. 1,11-2,18
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 545 (sequence 17)
- Language
- German
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Das Sendschreiben de)־ Jerusalemer an die Juden in Aegypten. 545 Tage'4 allem stellt, ohne dass die» entsprechende Meldung־ über Moses voranginge, dass er die Einweihung der Stiftshütte acht Tage feierte1). Das lässt auf eine Kürzung des ursprünglichen Berichtes schliessen, wofür auch die völlige Zusainuienhanglosigkeit von Vers 11 spricht7), sowie das mir nicht ganz klar(‘ syntaktisch(‘ Verhältnis« von Vers 10 zu 0 und das Fehlen des Subjectes in dem letztem. Allerdings gellt Salomo im Nominativ voran und darnach wird der Satz auf ihn bezogen, wofür besonders d>g 5'1<^70׳cv £X0)V geltend gemacht werden kann; man vergesse jedoch nicht, dass Vers 8 und 9, denen man ein gemeinsames Subject zitsehreiht, kein(‘ Verbindung unter einander zeigen. Nun kommt noch hinzu, dass hier vom Opfer der Einweihung lind der Vollendung des Heiligthums in auffallender Reihenfolge gesprochen wird, was hei Grimm und Keil eine sehr gekünstelte Erklärung gefunden hat. Man beachte den Wortlaut avY//£y־z£ D*u<71av lyxaivt'Tjxou zai Tr,g 7s7.su/>7£0׳>c 70u Up00, für den keine Variante eines Codex überliefert, wird, der somit als gut erhalten gelten darf. Hat man nun ein liecht, da der Artikel bei £yzac/17׳;j.oo fehlt, während er neben TeXsuoCtewg steht, 70ü Upoo auf beide zu beziehen? Ich glaube, kaum. Andererseits setzt die Feier der Vollendung des 1 Ieiligtlnmis entweder grosse Hindernisse, die zu bewältigen waren, oder Unterbrechungen und »Störungen voraus; aber weder diese noch jene waren bei dem Tempelbau Salomo’s vorhanden. Dagegen sind uns beide beim Baue des zweiten Tempels und der Stadtmauern Jerusalems bekannt, und wir erinnern uns noch, dass nach der Darstellung des Josephus Nehemias das Heiligthum vollendet, nach 1, 18 auch gebaut hat, und dass laut diesem Verse, er darnach ein Opfer darbracht(‘. Soll das Subject in 2, 9 Nehemias sein? Hiedurch ף Es als Hinweis auf Juda Makkabi zu beziehen, wie Grimm und Keil thun, ist unbegründet. 2) Selbst wenn man den Satz von seiner jetzigen Stelle entfernt und, wie Bruston in Stade’s Zeitschrift 1890. Seite 116, Note 2 vorschlügt, in Vers 10 einfügt, gewinnt man keinen verständlichen Zusammenhang. Ich vermuthe, dass der Verfasser der ursprünglichen Erzählung dom nicht fernliegenden Vorwurf begegnen wollte, dass das von Moses erflehte himmlische Feuer nebst dem Einweihungsopfer auch ein anderes verzehrte, das nicht hätte verbrannt werden sollen, wie 68 in der That von Mosos gesucht wird, was gegen die Göttlichkeit des Feuers spricht. Hierauf lässt der Verfasser Moses selbst rechtfertigend sagen, dass das Opfer mit Recht verbrannt wurde, weil es nicht, wie vorgeschmbon, gegessen ward. ' Monatsschrift. 41. Jahrgang. 35