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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 12 · p. Seite 544

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 12
Article
Das Sendschreiben der Jerusalemer an die Juden in Ägypten in II Makkab. 1,11-2,18
Date
1897-01-01
Page
Seite 544 (sequence 16)
Language
German
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544 bas •Sendschreiben der Jerusalemer an die •luden in Aegypten. .so sieht «lass derselbe nicht ganz der Erwartung entspricht. Man erwartet, den! Hinweis auf Moses entsprechend, dieselbe Thatsache von Salomo, und so hat schon Vulgata, die Schwierigkeit der Wendung emprindend, übersetzt: sieut (|1unu Salomon petiit, ut sanetiliearetur magno Deo, manifestabat haee. Nun folgt unmittelbar hierauf ein kurzer!!ericht darüber, wie sieh Gott Moses und Salomo in gleicher Weist‘ offenbarte. und man könnte den Theil von Vers 8, der von derselben Tharsache zu sprechen scheint, als Einleitung desselben ansehen. Doch während in Vers 8 vom Erscheinen der Herrlichkeit flottes und von der Wolke erzählt wird, befasst sich der folgende mit dem Herabfallen des himmlischen Feuers, so dass es nicht möglich ist, beiile Verse als einem lierichte ungehörig zu hetracliten. Es ersieht sicli hieraus, dass 2, 9—12 nicht mehr zu der Erzählung־ von Jeremias gehört und dm* Sehlussatz von Vers־ <S, der zwischen beiden eine künstliche, aber nicht entsprechende Verbindung herzustellen versucht, vom Compilator eil!gefügt ist1). Was nun Vers U—12 betrifft. so zeigt die noch sichtbare Anlage der wenigen Zeilen, dass es dem Verfasser um den Nachweis dessen zu thun war. dass der König Salomo hei der Einweihung des von ihm erbauten Tempels genau so ver■ fuhr, wie Moses bei der Stiftshütte, und von Gott auch desselben Gnadenzeichens theilhaftig wurde. Moses nämlich betet., da fällt Feuer vom Himmel und verzehrt das Opfer; das Gleiche findet bei Salomo statt, was der Verfasser nicht nur durch di(' inhaltliche Wiederholung des eben ]?erichtetcn, sondern durch die nochmalige Setzung derselben Worte ausdrückt. Hei diesem Sachverhalte muss es auffallen, dass Vers 12 ״Auf diese Weise feierte auch Salomo die acht l) Es scheint mir, (lass auch Vers 7 nicht unversehrt, geblieben ist; denn wenn auch der letzte Theil desselben an Zachar. 1,12 Hiie Paralleie hat. so will es mir dennoch nicht einleuchten, dass der Verfasser gesagt haben sollte, Gott werde erat das Volk versammeln und sich nachher gnädig erweisen. Man beachte auch noch, dass die Hotihung auf die Wiedervereinigung Israels sich in 1, 27 und 2.18 ebenfalls findet und zwar mit demselben Worte, somit in Theilen des Briefes, die nicht mehr aus den vom Compilator verwendeten Erzählungen seihst herzurühren scheinen. Sowohl im Gebete dos Xehemias, als auch in der dem Jeremias in den Mund gelegten Verkündigung soll vielleicht der Gedanke ausgesprochen werden, der Tempel in Jerusalem werde erst dann seine frühere Vollkommenheit und die Gnade Gottes wiedererlangen, wenn Israel, das aus don Juden in Palästina und Aegypten besteht, vereint sein werde.

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