Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Das Sendschreiben der Jerusalemer an die Juden in Ägypten in II Makkab. 1,11-2,18
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 538 (sequence 10)
- Language
- German
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538 Das Sendschreiben der .Jerusalemer an die .Juden in Aegypten. Wir schon somit, dass 1 >t!i 11 <* Stollen dieselbe Lage und Stirnmung der Juden ausdrücken, und es ist daher wahrscheinlieh, dass sie Kinem Verfasser angeboren. Die Schilderung seihst kann nicht, wie es der Zusammenhang erwarten liesse, die Lage der Juden in Babylonien /um Gegenstände haben: denn so weit uns die Geschichte derselben■ aus den Reden der im Kxilo wirkenden Propheten bekannt ist, befanden sich jene nie in einer so gedrückten Lage, wie sie 1. 7״ voraussetzt. wenn auch der Ausdruck aut* Josaia 4b, 7 hinzuweisen scheint, loh glaube vielmehr, di*' Beschreibung aut’ die Juden in Aegypten beziehen zu dürfen, die allein in den ganzen Xusammonhang passen, abgesehen davon, dass zur Zeit, als dieselbe verfasst wurde, kein Land so viel Juden beherbergte, wie eben Aegypten, und di»‘ Judiier mit keinem Tbeile der Diaspora so rege Verbindungen unterhielten, wie mit den aegvptischen Brüdern. Lnd da lasst sieh auch die Zeit annähernd bestimmen, deren Verhältnisse dieser •Schilderung zu Grunde liegen. Ks sind uns zwei Zeitpunkte bekannt, auf welche dies*• bezogen werden kann, nämlich die ersten Jahre des Ptolemüus Physkon nach (\mtra Apionem II, 5 und die Verfolgungen unter Kaiser Daligula. Doch kennen wir die Lage der Juden in Aegypten unter (hm Ptolemäern so wenig, *lass wir die alleinstehende Meldung des ,Josephus weder ablehnen, noch bestätigen können. Was wir aber über den Charakter Ptolomäus Physkon’s, besonders über sein Verfahren den Griechen und den Anhängern seines Bruders gegenüber wissen11. lässt die Grausamkeit, gegen die Juden, wie sie Josephus übermittelt, nicht unmöglich erscheinen־)• Doch müsst*‘, wenn sieh 1, ~7 auf den Vorfall unter Ptolomüus Physkon bezöge, hier irgend ein, wenn auch noch so leiser Aus dieser UÜbereinstimmung der beiden Sätze folgt■ vor Allem, •lass d!»r rrstc, der so viele I.hMitungon erfahren hat (siclu* Grimm und K«*il). sieh auf di»' Krwählung [Israels zum heiligen Volke Gottes bezieht und .seine Königszeit schildert.. Was die Heiligung des Volkes von Seiten Gottes bedeutet, ist streitig; aber der Paralbdismus in 1, 2b weist auf die Krlösung hin; vgl. auch Jesaia 41. 14, 20; 49, 9: 47. 4; 48, 17; 49, 7; 54, 5, wo äקרוש ‘:־ mit גוארך verbunden erscheint. ף Vgl. den Bericht hei Athenäus IV, 1S4 0 im Namen des Andren odor Monokies: siehe Susemihl, Geschichte der griechischen Litteratur 1, Seite 4f>2. Note 90 und II. Seite 892. '9־ Die Behandlung dieser Frage bei Willrich, .luden und Griechen, Seite 14211'., wie überhaupt seine von Bertholct (Die Stellung der Israoliten und der •luden zu den Fremden, an mehreren Stellen) mich Gebühr beurtheilte Methode bedarf als frivol und ganz unwissenschaftlich nicht der Widerlegung.