Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Das Sendschreiben der Jerusalemer an die Juden in Ägypten in II Makkab. 1,11-2,18
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 536 (sequence 8)
- Language
- German
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536 Bas Sendschreiben der Jerusalemer an die Juden in Aegypten. tragung der Bundeslade in den von Salomo erbauten Tempel die Leviten sowohl das Opierblut und das Käuchenvork handhaben, als aueh als Sünder und Chorführer fuugiren, und der Verfasser seheint die strenge Scheidung; der Priester und Leviten nicht zu kennen. Nun ist es auf Grund mehrerer Anzeichen unzweifelhaft, dass dies!‘ Schilderung des Joscphus, wie noch andere kurze Mittheilungcn, die zwischen die der Bibel entlehnten Stücke eingrfügt sind, aus hellenistischer Vorlage stammen, was ja auch von II Makkab. 1, IS 36 mit Sicherheit behauptet werden kann1). Da die Niohtunter- Scheidung zwischen Priestern und Leviten im Opferdienste weder der Bibel, noch den thatsächliclicu Verhältnissen in Jerusalem entspricht, so haben wir hierin entweder einen aus der Vorlage unverändert heriibergenommenen Satz-) oder eine dem Cultus im Oniastempel entsprechende Mittheilung zu sehen. Im Zusammenhänge mit dem, oben als vom jüdischen Bearbeiter horrührcmlcs Kinsehiebsel erkannten Gebete muss als inhaltsverwandt aueh 2, 17—18 kurz besprochen werden, um zugleich das Verhältnis* dieser beiden Verse zum Briefe zu erörtern. Liest man nämlich Vers 2, 16, in welchem die Juden in Aegypten in Form eines Briefe** eingeladen werden, die Tage der Tempelweihe zu begehen, und dann den unmittelbar darauf folgenden Vers 2, 17, wo die Hoffnung ausgesprochen wird, dass Gott Israel in Jerusalem vereinigen werde, so bildet man alsbald, dass zwischen beiden weder innerlich, noch äusserlieh ein Zusammenhang besteht. Hinzukommt merkwürdigerweise aueh hier eine Reihe sprachlicher Unebenheiten, die am deutlichsten für die hier vorgenommene künstliche, Verknüpfung nicht zusammengehöriger Bcstaudtheile in dem Briefe sprechen. Freilich suchen die Ausleger dies»*. Störungen zu rechtfertigen, während sic andererseits das Griechisch des Sendschreibens als gut bezeichnen.!Man vermerkt nämlich in 2, 18 ein Anakoluth, ״indem der Schrift.־ steiler bei Beginn des 17. Verses bloss Y,azg EXsrjcrsi als Prädikatssatz zu 6' ö’S0£ xtX• im Sinne hatte, diese Construction aber vergessend?«/£<•>־ v־y.a$ £AsV)Grst von EX~ü£oasv abhängen lässt; mit i\r£C0[xzv yao aber fuhr er fort, in der M Vgl. auch das Gebet Salomo's in Antiquit. VIII, 4, 4, das zwischen die beiden, aus II. Chrom. 7, 3 und 4 genommenen Sätze eingeschaltet ist. 3) Vgl. die Schilderung des Opferdienstes der Magier bei Pausanias 5, 27, 5. 6: Duncker; Geschichte des AltcrthutuH IV, Seite 151.