Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Das Sendschreiben der Jerusalemer an die Juden in Ägypten in II Makkab. 1,11-2,18
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 495 (sequence 15)
- Language
- German
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I);ih Sendschreiben der Jerusalemer an die Juden in Aegypten. 495 Juden in die Gefangenschaft wanderten, von dem Beginne derselben bis Neheimas’ Auftreten viele Jahre vergingen, und Nehemias von einem persisehen Könige gesandt wurde, Einzelheiten, die־ den Verfasser als mit der Bibel vertraut erweisen und es wahrscheinlich machen, dass er auch den Inhalt der Bücher Esra-Nehemias gekannt hat. Nun soll er trotz dieser Kenntnisse den groben Verstoss begangen haben, Nehemias die Erbauung und Einweihung des zweiten Tempels zuzusehveiben, einen Verstoss, desgleichen sieh bei keinem der jüdischen Hellenisten, die den Inhalt der Bibel mit grösster Freiheit zn verschiedensten Zwecken verarbeitet haben, findet und kamt] glaublieh erseheint. Da derselbe jedoeh, wie der einfache Wortlaut unmissverständlich lehrt, vorhanden ist, so muss für denselben entweder irgend eine bestimmte Veranlassung Vorgelegen haben oder wich die hellenistische Darstellung dieser Ereignisse überhaupt von der der Bibel ab, Ein Fehler in der Schreibung des Namens ist ausgeschlossen, demnach eine Erklärung durch Verschreibung nicht zulässig; auch schon aus den» Grunde nicht, weil der Xante einigemal vorkommt. Wenn wir den Fall setzen, es wäre derselbe überhaupt nicht genannt und wir hätten ihn aus dem Zusammenhänge zu ermitteln, so gelangen wir allerdings zu einem andern Ergebnisse. Nach 1, 20 ist die liier hesehriebene Person vom König«*, von Persien nach Judäa gesandt, worunter nach der Bibel Serubabel, Esra’odcr Nehemias gemeint sein könnte. Da dieselbe aber an dem Einweihungsopfer sieh nicht handelnd betheiligt, sondern, gleichsam in gemessener Entfernung stehend, den Priestern hier und b£im Schöpfen des Feuerwassers nur die nöthigen Befehle ertheilt, so ist. sie kein Priester, demnach ist Esra aus־ geschlossen , und es bleibt nur Serubabel oder Neheimas übrig. Da dem Betreffenden die Erbauung des 1 Ieiligtlumis und des Altares zugesehrieben wird, s<> kann es. nur der erstgenannte sein oder einer seiner Zeitgenossen, denen dasselb«* beigelegt werden könnte. Da nun aber der historisch(( Nehemias um hundert Jahre später gewirkt hat, somit unmöglich gemeint sein kann, wollte Graetz1) den Irrtimm dureh den Hinweis auf den Ausspruch eines talmudischeu Lehrers, dass Serubabel und Nehemias identisch sei, mildern und *) Monatsschrift für die Groschichte und Wissenschaft den Judenthuras 1877, Seite 49 ff.