Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Septuaginta zu Hosea
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 437 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829696-2829707-2880786--27953-2880804- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Die Septuaginta y.u Honda. 437 willen um jeden Preis geistreich sein wollenden, .sonst so gelehrten Franzosen zugut halten müsste. Kichtig ist das Fiiu' hei Kenan, dass der Stil hei Hosen zerhackt ist, es ist, im (i runde genommen, das alte Wort des Presbyters Hieronymus, das alle Welt kennt: ( )see commatieus est et (piasi per sententias hxjuens. Nur ist der psychologische Hintergrund dieser Spracheigenthümlichkeit. unseriös Propheten — und das marht eben das Widerspiel zwisclum dem Franzosen Iv. und dem Deutsehen C. so interessant -־- hei Hemm so gründlich verkannt. Die Consecpienz aber, <1 it* für die Textkritik daraus zu ziehen und sorgfältig hei zweifelhaften Stellen unseres Buches zu berücksichtigen ist, besteht in dem, dass der Sohinerzzerrissenheit, zugleich Weiehheit. und I nnigkcit■ dieses lyrischsten aller Propheten, (hon an Gluth des Empfindens und entsprechender Ausdrucksfähigkeit. nur noch .leremia die Palme streitig machen kann , aueli keim* andere als die knappste, wenn es sehen so heissen soll, zerliaekte, in sehein־ barer Ungelenkigkrit, aber mit desto grösserer innerer Gewalt, packende, Gedanken und Empfindungen gleichsam nur hervorstossrnde Kede eonlbrin ist, weshalb ihm auch, wie keinen zweiten, die kurze Sentenz, die scharfe, glänzende Antithese, der Witz, der Esprit unter Thränen, eignet; denn, wie Lessing einmal treffend bemerkt, di(* Quelle d(*r b(*stt*.n Satyr(‘, wenn aueli bitteren Hsprits ist der ־ Schmerz. Am wenigsten aber ist bei der Schmerzzerissenheit eines Hosea kaum tur behäbige Breite des Stils. Hei Jeremia trifft man noch ein Ausmalen der elegischen Momente, die er schildert, ein gewisses (!(‘fallen am Schmerz, das zu lyrischer Breite führt, bei Hosea, wo er Ankläger, Klagedichter ist, nirgends. Dies für Fragen «10 1• Textkritik bei Hosea zu verwerthon, ist Aufgabe der Zukunft. Dann wird man nicht, wie es bei Neh. Brüll geschieht, über trostlos schlechte Beschaffenheit des Hosoatext.es klagen. Gerade XIII, 1, wo das bei X Brüll geschieht, und nur in der Gestalt des M.T., ist ein Cabinetstüek von Energie der Prophetenrede: ״Wie Ephraim redete, Schrecken war da, Wie ein Fürst stand es da. Es versündigt(! sich an Baal, Da verfiel es.“ In den Kamen von wenig Versgliedern ist das ganze histor. Gemälde vom Auf- und Niedergang des Ephrnimitisehen Reiches cingesparmt. Es sind freilich mir Striche,