Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Septuaginta zu Hosea
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 435 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Septuaginta zu llosea, 435 scheidentlieh, wie wir in der Wissenschaft sollen, muss ich sagen: Mit absoluter Gewissheit ist die Frage überhaupt nicht mehr zu entscheiden, es sei denn, dass es 1ms jemals noch gegeben sein sollte, die Zeugen selbst, die hebr. Vorläge des Alex., zu befragen1). Es kommt die weitere mul wichtigere Frage als für die Exegese und Textkritik llosea’s hinzu nach Werth und Bereehtiguug der LXX zur (,1entrolle des M Tv der in nicht wenigen Eiillen freilieh bis zur Vorzweithmg schwierig erscheinen muss, mit anderen Worten: ob, wo beide divergiren, LXX oder M.T. den Vorzug verdient. Die Entscheidung letzterer Frage, die auch nur eine von Fall zu Fall sein kann, läuft, genau genommen, auf die Beantwortung der ersteren hinaus; die ganz«‘ Frag(*• fallt in dem Augenblicke, da es gelungen ist, mit Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, dass eine Verschiedenheit der hebräischen Vorlage der LXX gar nicht vorliegt, dass die Abweichung der Uebersetzung in •Anderem ihren Grund hat. Wo es nicht nachzuweisen ist, dürften für die Losung der Frage nach dem Vorzug die zwei Gesichtspunkte besonders mussgebend sein : 1) auf welcher Seite, oh auf Seite des M.T. oder der LXX das oratorischc Gepräge, der ganze ästhetische ('harakter eines Buches wie Hosen, Stimmung, Atfeet der Rede, am ehesten gewahrterscheinen. 2) welch(‘ Autorität den LXX nach ihrem allgemeinen Charakter wie nach (bau besonderen dos Ucbersetzers zu Hosea beizumessen ist. Es ist ja im Allgemeinen richtig und bisher bewährter Grundsatz aller, der semitischen wie der klassischen Philologie, dass di»* höhere ästhetisch(‘ Kritik, die über Werth und Stellung eines Litteraturwerkes entscheidet, erst da anzufangen hat, wo die niedere, diplomatische Kritik, die auf Feststellung der Textgestnlt gerichtet ist, ihr Geschäft he־ endet hat, aber auch umgekehrt, in Fragen der Textkritik bei einem Buche wie "Hosea hat die höhere ästhetische Kritik — und darauf hätte ich besonders aufmerksam zu machen *־ ein Wort mitzusprechen, wie das weiter unten näher dargelcgt werden soll. Ich find(!, dass dieses so ge״ wichtige innere Kriterium in neueren textkritischen Bearbeitungen unseres Buches — ich nenne hier Dort, Guthe, י) Die neuen Simcli-Funde (Vgl. oben S. 337 fl*., 380 fl.) habe ich noch nicht benutzen und ausbeuten können. 28♦